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Wer Malus (Übles) sät,wird Malus ernten ...

Wer Malus (Übles) sät,wird Malus ernten

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Endlich hat die Mehrzahl der niedergelassenen Ärzte begriffen, worum es bei dem neuen "Reform"-Gesetz geht, nämlich um den gezielten und nachhaltigen Angrifff auf ihre freiberufliche Existenz. Nach jahrelangen ständig zunehmenden bürokratischen Schikanen und Nullrunden packt die jetzige SPD-CDU-Regierung den großen Hammer aus: Verlagerung des Krankheitsrisikos auf die behandelnden Kassenärzte, nach dem Motto: Je mehr chronisch/teure Kranke, desto eher pleite. Würde man dieser absurden Logik folgen, müsste die Feuerwehr ihr Löschwasser selbst bezahlen oder die Abgeordneten sich an den Staatsschulden durch Diätenentzug beteiligen.

Folgen dieser unkalkulierbaren Risiken werden sein: Keine Kreditwürdigkeit der jungen Niederlassungswilligen, keine Landarztnachfolger mehr, Reduzierung der Pflegeheimbetreuung, Abwand

erung in großer Zahl ins Ausland.

Zu den Kritikern der Kreisärzteschaftsanzeige vor der Wahl sei gesagt: "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber!"

Dr. med. Herbert Landthaler

Kirchheim, Jesinger Straße

Slalomlauf

Zur Tagesordnung des Kirchheimer Gemeinderats am Mittwoch, 12. April, Punkt 6, Erweiterung der Fußgängerzone Dettinger Straße

Schickt sich der Gemeinderat an, mir den Kick zu nehmen, den ich empfinde, wenn ich mich in der Oberen Dettinger Straße bewege?

Mit dem Auto ist es immer wieder eine Herausforderung, zwischen Kandel, Pfosten, Bäumen, Ständern oder Straßenmobiliar durch mutige Entscheidungen einen Parkplatz für mein Gefährt zu definieren und dann auch zu nutzen. Meist muss ich nicht lange warten, bis der Verkehr sich an mir vorbei gedrängelt hat und so Raum entsteht, dass ich die Wagentüre zum Aussteigen öffnen kann. Weil ich dort in der Regel nicht lange parke, gibt es niemand, der daran Anstoß nimmt, wenn er sich, seinen Kinderwagen oder sein Fahrrad mal kurz umlenken muss, um an meinem Vehikel vorbei zu kommen. Wenn es mir nach einem Einkauf dann noch gelingt, das Terrain ohne Folgen über eine Gasse, die nur für Anlieger frei ist, Richtung Hindenburgstraße wieder zu verlassen, bin ich glücklich.

Auch mit dem Fahrrad hat dieser Straßenabschnitt seinen Reiz, zumal es vielfach keine Abgrenzung zwischen den verschiedenen Nutzflächen gibt. Meine höchste Aufmerksam gilt dann dem Geschehen vor mir: Da eine sich plötzlich öffnende Autotür, hier Quer-, dort Gegenverkehr, dann ein feststehendes Hindernis, ein Engpass, Passanten, deren Schritte nicht voraussehbar kurz, eine wunderbare Übung für einen Slalomlauf. Ein gelegentliches "Hoppla" oder "Obacht" übt dabei die Stimmbänder. Und dann diese Umstellung, wenn es von dieser lebhaften Zone in den Fußgängerbereich der Dettinger Straße geht: Mental und physisch alles höchst anspruchsvoll.

Und als Fußgänger? Es geht; es muss auch gehen! Schließlich hat die Zahl der Anziehungspunkte, der Geschäfte seit der Umgestaltung des Straßenbildes vor geraumer Zeit erheblich zugenommen. Die Geschäftsleute, so vermute ich, sind von mir als Kunde angetan, bin ich doch dank der "äußeren Umstände" hellwach. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden, in den Räumlichkeiten mehr Ruhe und Aufmerksamkeit als auf der Straße geschenkt zu bekommen. Und ich werde auch zügig bedient, denn lästige (?), floskelhafte Fragen wie: "Sind Sie gut hergekommen?", haben ein Verkaufsgespräch noch nie verlängert.

Joachim Diefenbach

Kirchheim, Klosterstraße

VerfehlteGesundheitspolitik

Zum Artikel "Dieses Niveau ist eines Arztes unwürdig" im Teckboten vom 6. April

Sehr geehrter Herr Arnold, ich habe, wie sicher viele meiner Kollegen und Kolleginnen, vollstest Verständnis dafür, dass nach einer derartigen Wahlschlappe wie Ihre Partei sie bei der Landtagswahl hinnehmen musste, die Nerven blank liegen. Auch das Bedürfnis Schuldige zu suchen ist durchaus menschlich und verständlich. Ihr offener Brief an den Vorsitzenden unserer Ärzteschaft zeugt davon. Zu hoffen bleibt allerdings, dass nach der Überwindung von Verletztheit und Enttäuschung in Ihrer Partei der Mut und das ehrliche Bedürfnis wächst, die Ursachen des Wahldebakels zu analysieren. Sie werden in dieser Analyse nicht an der verfehlten Gesundheitspolitik der letzten Jahre vorbeikommen.

Das "Totschlagargument", den ach so gut bezahlten Ärzten gehe es doch nur um ihr Einkommen, wird nicht wahrer, indem man es öfter wiederholt. Wann werden Sie und Ihre Parteigenossen endlich akzeptieren, dass es etwas ganz anderes ist, was uns wirklich auf die Straße treibt. Was wir nicht mehr aushalten, ist der Druck, der auf uns lastet, durch eine Politik, die uns zwingen will, unsere Patienten und Patientinnen möglichst rationell, billig und minimalistisch zu versorgen. Dies steht in krassem Gegensatz zu unserem ärztlichen Berufsethos, das den Menschen und dessen Bedürfnisse zum Maß aller Dinge macht. Dieses Spannungsfeld ist für uns unerträglich geworden.

In unseren Praxen erfahren wir derzeit eine Welle an Solidarität durch unsere Patienten und Patientinnen. Diese haben sehr wohl verstanden worum es uns geht. Sehr geehrter Herr Arnold, lassen Sie mich zum Schluss noch eines anmerken: Wenn Sie beim Empfang unserer Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt im Kirchheimer Rathaus dabeigewesen wären, dann hätten Sie dort wirklich "ein Niveau das unwürdig" ist, erleben können, und zwar das Verhalten der Ministerin unserem hochangesehenen Kollegen Dr. Hanns-Joachim Schmidt gegenüber.

Dr. Silvia Oberhauser

Kirchheim, Wilhelmstraße

Ungeeignete Form derAuseinandersetzung

Dass man über die richtigen Wege in der Gesundheitspolitik streiten kann, haben die letzten Monate gezeigt. Dass es dabei auch emotional zugehen kann, liegt in der Natur der Sache begründet. Dies ist für die meisten Politiker und Akteure im Gesundheitswesen kein Problem und meistens findet man doch wieder zu einem vernünftigen Miteinander.

Einmalig dagegen ist der Vorgang, der sich in der Nürtinger Zeitung und im Teckboten abgespielt hat, als ein paar wenige Ärzte im Namen der Ärzteschaft Nürtingen öffentlich dazu aufgerufen haben, die großen Volksparteien nicht zu wählen. Ich habe mich darüber genauso geärgert wie mein Kollege Rainer Arnold. Mein Kollege Rainer Arnold hat sich in einem offenen Brief an den Vorsitzenden der Ärzteschaft Kirchheim-Nürtingen gewandt und seinen Unmut darüber zum Ausdruck gebracht; ich an den Bundesvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Herrn Dr. Köhler. Die Reaktionen einzelner Ärzte aus Kirchheim und Nürtingen waren nachzulesen. Herr Dr. Köhler, der nicht zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehört, hat sich bei mir entschuldigt und in seinem Schreiben zum Ausdruck gebracht, dass diese Form der Auseinandersetzung nicht geeignet sei, das Bild der Ärzteschaft in der Öffentlichkeit zu repräsentieren. Dem ist von meiner Seite nichts mehr hinzuzufügen.

Michael Hennrich, CDU-MdB

Kirchheim, Senefelderstraße