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Wer mehr weiß, sieht und schätzt mehr, schont und schützt

"Warum verlieren Laubbäume im Herbst ihr Laub?", so lautete die erste Frage, mit der sich Dr. rer. nat. Wolfgang Roser von der Volunteergruppe Naturschutzgebiet Teck an die rund 50 Teilnehmer wandte, die sich trotz nebligen Wetters am Parkplatz Hörnle eingefunden hatten.

UTE FREIER

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OWEN Die Laubfärbung und der Stoffkreislauf im Wald war nur eines von vielen Themen. Auch über den Schwäbischen Vulkan, Felsen und Höhlen, die Sagen von Verena Beutlin und der weisen Sibylle sowie die Anfänge der Segelfliegerei auf dem Teckberg bekamen die Wanderer auf dem Weg durch das Naturschutzgebiet Teckberg fundierte Auskunft von Wolfgang Roser und Professor Jürgen Mauch. Beide sind Mitglieder der Volunteers Naturschutzgebiet Teckberg, eine achtköpfigen Gruppe, die seit der Einrichtung des Naturschutzgebiets Teckberg im Jahr 1999 ehrenamtlich tätig ist. Wie die anderen im Landkreis Esslingen bestehenden Volunteergruppen wird diese Gruppe vom Landratsamt betreut. Gemäß dem Motto "Wer mehr weiß, sieht mehr, schätzt mehr, schont und schützt" bieten die Volunteers bei den von ihnen organisierten Führungen ein breites Spektrum an Informationen zu botanischen, historischen und geologischen Besonderheiten entlang des Wanderwegs.

"Wir haben es hier auf der Alb mit einer Sonderform des Vulkanismus zu tun", berichtete Wolfgang Roser und wies auf einen kleine, unauffällige Erhebung hin, die am Wanderweg zwischen Sattelbogen und Gelbem Fels liegt. "Das ist ein Vulkanschlot, eine Explosionsröhre, in der vor 17 Millionen Jahren heißes Magma hochstieg. Die in der Gesteinsschmelze gelösten Gase brachen explosiv aus, und das Magma wurde in winzigen Körnchen hoch geschleudert. Mit den Lavafetzen wurde auch von den Schlotwänden gelöstes Gestein hinausgepresst. Bis zu 80 Kilometer gehen diese Röhren in die Tiefe. Auch der Hohenbol und das Hörnle sind Vulkanschlote, der größte ist das Randecker Maar." Über 350 Vulkanschlote auf der Alb sind bekannt und konzentrieren sich zwischen Kirchheim und Bad Urach, wie Wolfgang Roser den Zuhörern anhand einer Karte verdeutlichte. Mit Jürgen Mauch hat er das Buch "Der Schwäbische Vulkan" verfasst, das detaillierte Informationen und Tourenvorschläge zum Vulkangebiet Alb enthält. Die beiden Volunteers wurden unterstützt durch den hauptamtlichen Naturschutzwart Martin Gienger. Zusammen mit einem Kollegen betreut er Naturschutzgebiete, Biotope und Naturdenkmäler entlang des Albtraufs und ist für Landschaftspflegemaßnahmen, für den Erhalt von Grillstellen und Bänken, für das Spuren der Loipen im Winter und auch für Besucherinformation zuständig. Er machte die Wanderer auf eine "Mäuseburg" aufmerksam, einen von Jägern angelegten Reisighaufen. Durch das ausgelegte Getreide halten sich hier Mäuse auf, was wiederum Füchse anlockt, die dann durch Jäger von dem in der Nähe stehenden Hochsitz erlegt werden können.

"Außer Füchsen gibt es hier am Teckberg Rehwild, Dachse, Hasen und auch Schwarzwild," zählte Martin Gienger auf und führte die Teilnehmer zu einer Wildschweinsuhle, einer schlammigen Pfütze, in der sich Wildschweine wälzen, um das Ungeziefer loszuwerden. Auf die Frage "Warum sieht man denn nie Wildschweine?" erklärte Martin Gienger, dass die Tiere durch die vielen Wanderer, die während des Tages am Teckberg unterwegs sind, nachtaktiv geworden sind. Sein Angebot, auf einer eigenen Führung "Tiere im Wald zu suchen", wurde von den meisten der anwesenden Kindern angenommen. Gemeint waren von ihm zuvor platzierte, bemalte Holzfiguren wie Reh, Dachs und Buntspecht. Die Kinder erfuhren nicht nur, was diese Tiere fressen und wie sie leben, sondern sie konnten auch verschiedene Felle und einen ausgestopften Jungfuchs anfassen.

Auch im nächsten Jahr werden von der Volunteergruppe Naturschutzgebiet Teck Führungen angeboten, neue und auch altbewährte wie die "Frühblüherwanderung" im März. Teilnehmen kann jeder, der über so viel Kondition verfügt, dass er zweieinhalb bis drei Stunden durchhält. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die aktuellen Termine werden in der Presse angekündigt, stehen im Programm des Naturschutzzentrums Schopfloch und können auf den Internetseiten der Volunteers abgefragt werden unter: www.teckberg.de.