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Im Geflecht der verschiedenen Schutzgebietbenennungen hat der Owener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung Orientierung gesucht. Auf Gemarkung Owen sollen Teile des Teckbergs und der Bassgeige künftig dem Biosphärengebiet Münsingen angehören.

ANDREAS VOLZ

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OWEN Bürgermeister Siegfried Roser bezog in der Gemeinderatssitzung klar Stellung: "Das Biosphärengebiet kostet uns nichts und macht uns nichts aus es ist sogar eher ein Vorteil. Man kann Mittel für Pflegemaßnahmen bekommen." Wichtig sei, dass das Gebiet an der Bassgeige mit dem Waldsaum ende. Die Forderung von Stadtrat Christoph Ensinger, dass die Landschaft nach wie vor land- und forstwirtschaftlich nutzbar sein müsse, sei damit erfüllt: "In diesem Fall ist es ja nur forstwirtschaftlich von Bedeutung. Und Holzeinschlag ist dort nach wie vor möglich, weil kein Bannwald vorgesehen ist."

Bis zu 90 Prozent Zuschuss gebe Europa für pflegerische Maßnahmen im Biosphärenreservat. "Die hohen Zuschüsse hängen davon ab, ob man in einem solchen Gebiet liegt oder nicht", sagte Roser. Deshalb gebe es in Europa viele dieser Gebiete "weil andere Länder das schneller begriffen haben und die Mittel abgreifen". Alles, was auf Markung Owen zum Biosphärenreservat Münsingen gehören soll, liege bereits im Landschaftsschutzgebiet. Die neue Einstufung sei aber lockerer zu sehen als die des Landschaftsschutzes. Es würden in Owen also keine zusätzlichen Einschränkungen entstehen: "Da liegt im Grunde genommen schon ein höherer Schutz drauf."

Sibylle Schmid brachte den Vergleich mit der Rhön ins Spiel, wo die Bezeichnung "Biosphärengebiet" touristisch aufbereitet werde. Man könne das auch positiv sehen. Mit entsprechenden Veranstaltungen ließen sich auch die Schwäbische Alb und der Albtrauf besser für den Tourismus vermarkten. "Es wertet unsere Region auf, wenn wir auf der UNESCO-Liste stehen." Genauso sah es auch ihr Ratskollege Günther Diez: "Andere würden sich darum reißen, mit dem Namen ,UNESCO' werben zu können."

Bei einer Gegenstimme hat sich der Owener Gemeinderat schließlich für die Aufnahme der Bassgeige und des Teckbergs in den Geltungsbereich des Biosphärengebiets ausgesprochen mit dem Albtrauf als Alleinstellungsmerkmal. In Bezug auf das künftige Vogelschutzgebiet würden die Owener allerdings davon träumen, dieses auf die Grenzen von Natur- oder Landschaftsschutzgebiet zurückdrängen zu können. "Damit wäre uns schon gedient, aber die Signale dafür sind sehr zweifelhaft", blickt Bürgermeister Roser ratlos in die Zukunft. Im Gemeinderat betätigte er sich in punkto Vogelschutzgebiet vorsorglich schon einmal als Kassandra: "Das wird sehr schlimm."