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Werke aus verschiedenen Epochen

KIRCHHEIM Im Rahmen der Ausstellung zu Ernst Hassebrauk in der Städtischen Galerie im Kornhaus findet am Mittwoch, 7. Dezember, um 19.30 Uhr ein Konzert mit Werken für Gesang, Bratsche und Klavier statt. Auf dem Programm stehen, angelehnt an die gezeigte Ausstellung, Werke aus den unterschiedlichen Epochen.

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Die Kompositionen von Brahms, Strauss, Faure und Bridge vermitteln einen Eindruck der spätromantischen musikalischen Sprache am Ende des 19. Jahrhunderts, die Welt, in die Hassebrauk hineingeboren wurde. Richard Strauss ist mit vier Liedern für Alt und Klavier, darunter eines mit Beteiligung der Bratsche vertreten. Von Frank Bridge, dem Lehrer Benjamin Brittens, erklingen zwei Lieder für Alt, Bratsche und Klavier. Für die gleiche Besetzung schrieb Johannes Brahms seine zwei Gesänge, geradezu typische Werke für das Interesse des Meisters am Volkslied und dessen Einbeziehung in seine kompositorische Arbeit.

Um die Jahrhundertwende entwickelte sich eine andere Musiksprache, die nach neuartigen, von der Tradition unbelasteten Ausdrucksweisen suchte, sich sogar als Gegenbewegung verstand. Für sie hat sich der aus der bildenden Kunst entlehnte Begriff des Impressionismus eingebürgert. Ihr bekanntester und profiliertester Vertreter ist Claude Debussy. Seine beiden Sammlungen mit Preludes für Klavier zählen auch heute noch zu den beliebtesten Werken der Gattung. Die "Wilden Zwanziger Jahre" repräsentiert Paul Hindemith mit seiner Sonate für Bratsche solo von 1922. Zupackend, energiegeladen und kraftvoll zeigt sich Hindemith in diesem Werk. Ganz anders geartet sind die beiden Stücke aus den "Quatre Visages" für Bratsche und Klavier von Darius Milhaud aus dem Jahre 1943. Miniaturengleich entwirft er präzise Charakterstudien voller Esprit. Sie greifen nach Art des Neoklassizismus Techniken der Wiener Klassiker auf und übertragen sie in eine neue, delikate Musiksprache.

Gestaltet wird der Abend von Cecilia Tempesta (Alt), Bernhard Moosbauer (Bratsche) und Jens Wollenschläger (Klavier). Cecilia Tempesta begeisterte bereits im Sommer anlässlich der Kirchheimer Veranstaltung "Kunst & Kultur am Schloss" bei der Soiree Mediterranee. Bis 2003 sang sie im Opernchor des Theaters "La Fenice" in Venedig. Seit zwei Jahren lebt sie in Deutschland und widmet sich hauptsächlich dem Konzertfach. Neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit ist sie festes Mitglied des Badischen Staatstheaters.

Bernhard Moosbauer studierte Schulmusik, Viola, Musikwissenschaft und Barockvioline. Er spielt in diversen Ensembles und Orchestern vorzugsweise auf Originalinstrumenten im In- und Ausland. Er ist Dozent für Kammermusik und Barockorchester und am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Tübingen tätig.

Jens Wollenschläger studierte Kirchenmusik an der Musikhochschule Stuttgart und schloss mit dem A-Examen ab. Er war Lehrbeauftragter für Orgel an den kirchenmusikalischen Seminaren der Evangelischen Kirche der Pfalz. Als Kirchenmusiker ist er im Lenninger Tal tätig und unterrichtet Klavier. Bis Oktober dieses Jahres war er als 2. Kantor und Organist am Ulmer Münster tätig.

Die Künstler spannen mit ihrem Programm einen Bogen von der Spätromantik und dem Impressionismus an der Wende zum 20. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

pm