Lokales

Werner Nagel hört auf

Fast ein halbes Jahrhundert lang hat er sich um den Wald gekümmert: Nach 49 Dienstjahren geht der Neidlinger Revierleiter Werner Nagel zum 1. Januar 2008 in den Ruhestand.

NEIDLINGEN Mehr als 26 Jahre lang hat er die Fäden am Albtrauf im Forstrevier Neidlingen in der Hand gehalten. Mit der Pensionierung von Werner Nagel wird das Neidlinger Revier aufgelöst und umliegenden Revieren zugeschlagen. Für den Neidlinger Gemeindewald ist zukünftig der Weilheimer Förster Markus König zuständig. Den Gemeindewald Bissingen übernimmt der Dettinger Kollege Karl-Hans Sablowsky und Unterlenningen samt Brucken wird künftig durch Alexander Klein in Lenningen bewirtschaftet.

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"Mit Förster Werner Nagel geht ein Kollege in den Ruhestand, der voll und ganz in seinem Beruf aufgegangen ist", charakterisiert Forstamtsleiter Felix Reining den Scheidenden. Die Bewirtschaftung der Steilhänge am Albtrauf sei ein schwieriges Arbeitsfeld, auf das sich der erfahrene Revierleiter Werner Nagel bestens verstanden habe. Auch in die Ausbildung junger Forstleute habe Nagel sehr viel Energie investiert und sich als kompetenter Kollege einen Namen gemacht. Ein großer Arbeitsschwerpunkt der 80er und 90er Jahre war der Waldwegebau. Der Wald damals nur wenig erschlossen und daher schwer zu bewirtschaften. Mehr als 35 Kilometer Waldwege sind unter Federführung von Förster Nagel im Laufe seiner Dienstjahre gebaut worden. Die schwierige Topografie seines Steilhangrevieres stellte den Forstmann dabei vor besonders große Herausforderungen.

Viele Jahre war der Forstmann auch für den Gruibinger Wald zuständig. Erst 1998 ging der Waldteil nach einer Verwaltungsreform an einen Nachbarkollegen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht war Werner Nagel in seinem Revier nie auf Rosen gebettet. "Ich kämpfte immer mit den roten Zahlen", sagt der Forstmann rückblickend. Für die vielen Schwierigkeiten wurde er aber durch die schöne Landschaft entschädigt.

Auch in seinem Ruhestand wird der passionierte Bergsteiger öfters im und am Wald anzutreffen sein, als Naturschutzwart des Albvereins kümmert er sich um die alljährlichen Biotoppflegen und koordiniert außerdem die Einsätze der ehrenamtlichen Helfer.

pm