Lokales

Whisky für den neuen alten Bürgermeister

Reichenbachs Bürgermeister, „Marathon-Man“ Bernhard Richter, ist in dieser Woche in der Brühlhalle in seine dritte Amtszeit eingeführt worden.

Hans-Joachim Hirrlinger

Reichenbach. Die Sektkorken knallten schon am 19. Oktober, als Bernhard Richter mit fast 83 Prozent der Stimmen als Bürgermeister in Reichenbach wiedergewählt wurde. Am Dienstag­abend wurde er in der Brühlhalle für seine dritte Amtsperiode verpflichtet. Kollege Roland Erhardt aus Hochdorf hatte aber ein besonderes Geschenk für den Durchstarter dabei: 24 Jahre alten Fasswhisky für den Liebhaber alter Brände. Man kennt sich und schätzt sich.

Das prägte auch die Stimmung der Amtseinsetzung, die vom Musikverein „Glück auf“ musikalisch gestaltet wurde. 16 Jahre war Richter bereits für Verwaltung und Kommunalpolitik in Reichenbach verantwortlich, weitere acht Jahre stehen ihm bevor. Er habe die Gemeinde richtungweisend weiterentwickelt und zahlreiche Prob­leme gelöst, wertete Erwin Hees als stellvertretender Bürgermeister und Chef der größten Gemeinderatsfraktion, der CDU/UB, die zurückliegenden Jahre. An Richter schätzt er Fachkompetenz, Beharrlichkeit, Durchsetzungsvermögen und ergebnisorientiertes Handeln.

Hees verpflichtete den alten und neuen Bürgermeister auf sein Amt, in dem er „die Rechte der Gemeinde gewissenhaft wahren und ihr Wohl und das der Einwohner nach Kräften fördern“ will.

Landrat Heinz Eininger kennzeichnete Richter als „Marathon-Man“ mit Ausdauer und Stehvermögen, der viel Neuland betreten und sich in hohem Maße engagiert habe. Neuland war beispielweise die inzwischen fünfjährige interkommunale Zusammenarbeit mit Hochdorf im gemeinsamen Bauhof. Angedacht ist, sie möglicherweise um Ebersbach zu erweitern.

Roland Erhardt sprach Richter auch im Namen der Bürgermeister-Kollegen das Vertrauen der Nachbarn aus und bekannte: „Der Bernhard und ich reden sehr vernünftig miteinander.“ Gut zu wissen, dass nicht nur der Whisky verbindet. Neben dem Bauhof verknüpft unter anderem die Freibadsanierung die beiden Gemeinden: Dessen Schließung wäre finanziell der richtige Weg gewesen, sagte Erhardt, „aber das hätten wir den Leuten nicht zumuten können.“

Richter freute sich übers geballte Lob, aber „es wäre schön, wenn man das schön verteilt über die Amtszeit kriegen tät“. Die anstehenden Aufgaben wolle er mit Schwung und Elan lösen. Dazu zählen pflegenahes Wohnen und die dringende Sanierung von zehn Straßen. Davon sei der Siegenberg mit seinem Knollenmergel-Untergrund sehr schwierig. Richter weiß, dass auch die Finanzierung schwer wird: Ein erheblicher Einbruch bei der Gewerbesteuer sei absehbar.

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