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Wichtige Erkenntnis: "Die Zeitung ist sehr lehrreich für uns"

Von Grund auf beginnt der Teckbote im kommenden Schuljahr mit der Leseförderung für die Schüler im Verbreitungsgebiet: "Zeitung in der Schule" (ZiSch) kommt dieses Mal in die Grundschule. Um die jüngeren Schüler an den Umgang mit der Tageszeitung heranführen zu können, macht das "klassische" Projekt, wie es seit September 2002 im Angebot ist, dann ein Jahr lang Pause.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Die Erfahrung, wie spannend Lesen ist, können Kinder gar nicht früh genug machen. Sobald

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(O:21070320.JP_ sie lesen lernen, möchten sie ihre neue Fähigkeit auch anwenden. Dicke Bücher wirken dann aber häufig abschreckend. Es braucht lange, bis sich das Erfolgserlebnis einstellt, mit dem ganzen Text "durch" zu sein. Unverständliche Wörter erschweren die Lektüre zusätzlich. Bei der Zeitung ist das anders: Artikel gibt es in allen möglichen Portionierungen. Spannend für Leseanfänger sind zum Beispiel kurze Berichte über Unfälle, über Tiere oder auch über kuriose Begebenheiten. Vorlesen, Leseverstehen, Nacherzählen dazu bietet dieses Material die idealen Anreize. Nicht zu vergessen sind die speziellen Seiten für Kinder und Jugendliche.

"ZiSch" in der Grundschule wendet sich in erster Linie an die dritten und vierten Klassen. Im Aachener Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP), das die "ZiSch"-Projekte des Teckboten von Anfang an pädagogisch begleitet hat, sind allerdings auch genügend Beispiele dafür bekannt, dass selbst Erst- und Zweitklässler von der regelmäßigen Zeitungslektüre im Unterricht profitieren können. Wie die "Großen" auch, lernen sie die Zeitung völlig zwanglos kennen zunächst nur von den eigenen Interessen gelenkt.

Die Kompetenz, Zeitung zu lesen, sei "als Teil einer umfassenden Medienkompetenz ein wichtiges Bildungsziel", schreibt Professor Dr. Hans-Joachim Fischer von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg im Themenheft "Zeitung" aus der Zeitschriftenreihe "Sache Wort Zahl. Lehren und Lernen in der Grundschule" (Nummer 66). Die Zeitung vermittle "authentische Problemstellungen", die nicht nur komplex und wichtig sind, sondern auch wirklich, aktuell und ernsthaft. Nicht zuletzt können auch Grundschüler bereits lernen, sich kritisch mit den unterschiedlichen Medien auseinanderzusetzen, führt Fischer weiter aus: "Grundschulkinder beginnen bekanntlich damit, eine kritisch-realistische Weltsicht zu gewinnen. Deshalb kann und sollte man bereits in der Grundschule damit anfangen, die Kompetenz zur kritischen Mediennutzung anzubahnen. Davon profitiert die weitere Entwicklung."

Dass sich Grundschüler regelrecht begeistern lassen von der Zeitung, haben im vergangenen Jahr bereits die Viertklässler der Kirchheimer Konrad-Widerholt-Schule bewiesen. Nur eine Woche lang hatten sie sich mit der Zeitung befasst und anschließend im Teckboten geschrieben: "Die Zeitung ist sehr lehrreich für uns. Die Zeitung ist wichtig, weil man dann weiß, was in der Welt passiert. Wir fanden es auch gut, dass immer interessante Wörter, die wir noch nicht kannten, in den Artikeln zu finden waren. Verstanden wir beim Lesen ein Wort nicht, schrieben wir es auf einen Zettel und warfen diesen in eine Wörterkiste. Diese wurde dann ab und zu geleert, indem wir die Wörter klärten."

So oder so ähnlich soll es zwischen 25. September und 22. Dezember in möglichst vielen Grundschulklassen rund um die Teck zugehen. Darüber hinaus lernen auch die Grundschüler die bekannten "ZiSch"-Elementen kennen: Dazu gehören die Langzeitarbeiten (Sammeln von Artikeln zu einem bestimmten, selbst gewählten Thema) ebenso wie der eigene Recherchetermin einer Klasse. Die Artikel dieser Klassen werden dann wie gewohnt auf "ZiSch"-Seiten im Teckboten veröffentlicht.

Zur Vorbereitung des ersten "ZiSch"-Grundschulprojekts veranstalten IZOP und Teckbote am Donnerstag, 13. Juli, ein Schulleiterseminar sowie ein Lehrerseminar am Donnerstag, 20. Juli. Veranstaltungsort ist der Manfred-Henninger-Saal des Wirtschaftspartners Kreissparkasse in Kirchheim.