Lokales

Wichtige Hilfestellung am Übergang von Schule zu Beruf

"Respekt" bekundete SPD-Stadtrat Kenner nicht nur für seine Fraktion gegenüber Vertretern von KIZ und Brückenhaus, denn "ohne diese Einrichtungen hätten wir massive Probleme, die uns mehr Geld kosten würden, als wir jetzt ausgeben!" Anlass für umfassendes Lob war die Vorstellung der Arbeit der genannten Organisationen im Kirchheimer Gemeinderat.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Die gemeinsame Präsentation der Jahresberichte von KIZ und Brückenhaus im Verwaltungsausschuss, ist gleichzeitig Ausdruck der engen Zusammenarbeit der mittlerweile aus dem Sozialgefüge der Stadt nicht mehr wegzudenkenden Einrichtungen. Beide leisten nicht nur seit 30 beziehungsweise 15 Jahren wichtige Arbeit für Jugendliche, sondern ziehen auch ausgesprochen erfolgreich an einem Strang. Gemeinsam mit weiteren Trägern haben sie vor kurzem die Jugendagentur ins Leben gerufen, deren Schwerpunkt auf der Jugendberufshilfe liegt.

Christoph Lempp vom Brückenhaus skizzierte zunächst die Schwerpunkte der Tätigkeit der Brückenhaus-Mitarbeiter, die vor allem an sozialen Brennpunkten ansetzen. In Ötlingen und im Dettinger Weg wird seit vielen Jahren unverzichtbare Stadtteilarbeit betrieben, aktuell etwa im Stadtteilzentrum TRIB, das für Treff, Information und Betreuung steht. Hinzu kommt aber auch die bedarfsorientierte Mobile Jugendarbeit.

Ein Angebot der sozialen Gruppenarbeit widmet sich problematischen Kindern, die besonders intensiv betreut werden müssen und Unterstützung im Sozialverhalten sowie im schulischen Bereich benötigen. In der Freihof-Realschule und der Raunerschule wird Schulsozialarbeit geleistet. Wie Lempp darstellte, geht es hier häufig darum, Konflikte zwischen Schülergruppen oder auch zwischen Schülern und Lehrern zu schlichten.

Jessica Bösel, Schulsozialarbeiterin und Brückenhaus-Mitarbeiterin, gab einen aufschlussreichen Einblick in die Facetten der Jugendberufshilfe. Große Erfolge werden beispielsweise bei der intensiven Praktikumsbegleitung von Schülern der Eduard-Mörike- Schule und der Raunerschule erzielt. Wichtigster Faktor ist dabei die vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit mit den jungen Leuten. Durch Teilnahme an den jährlich veranstalteten Girls'- und Boys'-Days sowie durch Berufsinfotage sollen die Chancen und Interessen der Jugendlichen ausgelotet und ihre Aussichten verbessert werden, in der Arbeitswelt unterzukommen. Auch die Betreuung von Ein-Euro-Jobbern hat das Mutmachen zum Durchhalten und zum Anpacken neuer Aufgaben als wesentlichen Inhalt.Wolfgang Schinko von KIZ schilderte, wie das "Kommunikationszentrum für interkulturelle Zusammenarbeit" im Kirchheimer Bohnauhaus immer mehr Aufgaben erfüllt, die noch vor einer Generation im familiären Bereich angesiedelt waren. Intensiv wird heute auch mit Schulen kooperiert und ebenfalls viel Wert auf Berufsfindung und Berufsvorbereitung gelegt. Spezielle Orientierungshilfe und Unterstützung bei Bewerbungen sind längst selbstverständlich. Hinzu kommen Betreuungsangebote über Mittag und zur Hausaufgabenzeit. An manchen Punkten wie zum Beispiel am Rambouilletplatz arbeiten KIZ und Brückenhaus Hand in Hand. Die Einrichtungen wechseln sich dort mit Angeboten ab.

Wie wichtig mittlerweile die Begleitung der Jugendlichen am Übergang von der Schule zum Beruf ist, legte Jessica Bösel dar, indem sie die umfangreichen Aufgaben der Jugendagentur beschrieb. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss verschiedener Jugendberufshilfe-Einrichtungen in Kirchheim. Ziel ist, Orientierung, Beratung, Vermittlung und Begleitung aus einer Hand zu bieten. Gemeinsam werden Wünsche und Stärken ermittelt und schulische und berufliche Perspektiven erarbeitet. Zu den Initiatoren gehören neben dem Brückenhaus und KIZ noch Inbus, Intakt, die Stiftung Paulinenpflege und der Kreisdiakonieverband. Auch die Stabsstelle Wirtschaftsförderung zählt mittlerweile zu den Ansprechpartnern der Jugendagentur. Ihren Sitz hat die Jugendagentur in der Alleenstraße 18, in Kirchheim.

Von allen Seiten im Rund kam Lob für die Arbeit der Einrichtungen. Brückenhaus-Vorsitzender Willi Kamphausen spielte den Ball weiter und kam auf die enge Verwobenheit der Arbeit mit dem sozialen Dienst der Stadt und dem Kreis zu sprechen. "Die Zusammenarbeit funktioniert in Kirchheim, da haben wir alle gemeinsam gute Arbeit geleistet", zog er positive Bilanz.