Lokales

Wichtige Hygiene

NÜRTINGEN Die Nürtinger Abgeordnete Uschi Eid, die stellvertretende Vorsitzende von UNSGAB, dem Wasser- und Sanitärberaterkreis von Ban Ki-Moon, erklärte dazu: "An Krankheiten, die durch schmutziges Wasser verursacht sind, sterben weitaus mehr Menschen als an Aids oder Kriegen. Unzählige Menschen in Entwicklungsländern bekommen Durchfallerkrankungen, weil sie verdrecktes Wasser trinken müssen, keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung wie Toiletten und Abwasserentsorgung haben und zu wenig über Hygieneregeln wie die Notwendigkeit des Händewaschens wissen. Hinzu kommt, dass die medizinische Versorgung der Kranken oft völlig unzureichend ist."

Anzeige

Sanitärversorgung, so Dr. Uschi Eid weiter, gehöre als schmutzige Seite ebenso wie die Trinkwasserfrage unabdingbar zur Lösung der globalen Wasserproblematik. Doch allzu oft werde sie tabuisiert und in ihrer Bedeutung unterschätzt. Das Internationale Jahr der sanitären Grundversorgung 2008 biete eine einmalige Gelegenheit, dies zu ändern, Tabus zu brechen und zu informieren. Eid: "Ich bin optimistisch, dass wir dies schaffen können." Bei Aids sei es schließlich auch gelungen, ähnlich große Widerstände zu überwinden. Außerdem müsse der Zugang zur Sanitärversorgung deutlich ausgeweitet werden, zum Beispiel in Slumgebieten, wo die Menschen ihre Notdurft unter oft entwürdigenden Umständen verrichten müssen.

Die Zahl der Menschen ohne sanitäre Grundversorgung bis zum Jahr 2015 zu halbieren, ist eins der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, auf die sich die internationale Staatengemeinschaft verpflichtet hat. Eid: "Wir müssen unsere Anstrengungen deutlich intensivieren, wenn wir dies noch erreichen wollen. Dazu sollen die in New York formulierten Leitziele für das Sanitärjahr beitragen, auf die sich Vertreter von Regierungen, UN-Organisationen und der Zivilgesellschaft geeinigt haben."

pm