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Wie Brotkauf zum Naturschutz beiträgt

Brot aus Lenningen, Äpfel aus Dettingen und Bier von der Alb: Wie groß die Vielfalt an heimischen Produkten ist und wie lecker frische, regional erzeugte Lebensmittel schmecken, davon konnten sich die Besucher des neunten Bauernmarkts gestern am Naturschutzzentrum Schopflocher Alb überzeugen.

BIANCA LÜTZ

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LENNINGEN Reges Markttreiben und großer Andrang herrschte bereits vor der offiziellen Eröffnung beim neunten Bauernmarkt rund um das Naturschutzzentrum. Die meisten Besucher, die von Stand zu Stand schlenderten, waren schon nach kurzer Zeit voll bepackt mit Tüten, in denen Backwaren und Nudeln, Kartoffeln und Edelbrände, Käse und Wurstwaren steckten.

Als Schwerpunkt hatten die Veranstalter das Naturschutzzentrum und das Landwirtschaftsamt des Landkreises dieses Jahr das Thema "Getreide" gewählt. Dabei konnten die Besucher nicht nur Getreideprodukte in ihrer Endform kaufen und genießen, sondern sich auch über Verarbeitung und Bedeutung informieren. Das Freilichtmuseum Beuren präsentierte etwa alte Kulturpflanzen wie Emmer und Einkorn, die heute wieder in Bäckereien zum Einsatz kommen. An ihrem Stand vermittelte die Jesinger Mühle Sting, wie wichtig es für die Produktion von hochwertigen Mehlen und Backwaren aus heimischem Getreide ist, dass Landwirte, Mühlen und Bäcker der Region miteinander kooperieren.

Aber nicht nur Mehl, Brot und Nudeln entstehen aus Getreide, wie ein Gang über den Markt zeigte: Johann Spitzer von der Hirschbrauerei Römerstein demonstrierte die Kunst des Bierbrauens aus heimischer Gerste mit einem kleinen Braukessel für den Hausgebrauch. Gleich nebenan gab es kuschelige Kopfkissen mit Dinkelspelzen-Füllung.

Im Gebäude des Naturschutzzentrums bot die Ausstellung "Rund ums Getreide" Wissenswertes über Saat, Anbau und Verarbeitung der verschiedenen Sorten. Interessierte erfuhren etwa, dass für einen Quadratmeter Weizenfeld 440 Körner eingesät werden müssen. Bei der Ernte allerdings fällt dann der stattliche Ertrag von 12 000 Weizenkörnern oder 600 Gramm Getreide ab.

"Der Bauernmarkt hat mittlerweile seinen festen Platz im Marktgeschehen", stellte Landrat Heinz Eininger bei der Eröffnung zufrieden fest. Dr. Wolfgang Wohnhas, Leiter des Naturschutzzentrums, belegte diese These mit Zahlen: "Wir haben mal mit zwölf Ständen angefangen, heute sind es schon 22." Zum neunten Bauernmarkt waren 14 landwirtschaftliche Betriebe aus der Region auf die Schopflocher Alb gekommen, um ihre Produkte feilzubieten. Aber auch die Landfrauen, der Verein für Naherholung, die Schwäbische Landpartie, die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen sowie Fachfrauen für Kinderernährung beteiligten sich an der Veranstaltung.

"Heimische Lebensmittel sollen wieder stärker in den Vordergrund gerückt werden", nannte Wolfgang Wohnhas ein Ziel des Bauernmarktes, der im Rahmen der Aktion "Gläserne Produktion" stattfindet, und verdeutlichte: "Landwirtschaft hat mit Kulturpflege und Landschaftspflege zu tun." Landrat Eininger unterstrich den herausragenden Stellenwert der Landwirte in der Region: "Wir brauchen die Bauern als Naturschützer." Verbraucher könnten Bauern und Naturschutz durch den Kauf von heimischen Produkten unterstützen unter anderem bei einem Einkaufsbummel über den Bauernmarkt.