Lokales

"Wie gut muss ich eigentlich spielen?"

Frickenhausens Tischtennis-Profi Bastian Steger auf dem Abstellgleis? Der 26-Jährige ist überraschend nicht für die Olympia-Qualifikation Anfang April nominiert werden verstehen kann er dies nicht.

RALPH BAUER

Anzeige

FRANKFURT Tischtennis-Profi Bastian Steger hat sicher schon glücklichere Zeiten erlebt. Irgendwie passend zu den letzten Wochen blieb ihm beim Top-12-Turnier der europäischen Elite am Wochenende in Frankfurt nur das Zusehen. Der Frickenhausener nahm es gelassen. "Das ist mal etwas anderes", kommentierte er seine Nachrückerrolle.

Diese wird Steger verschmerzen können, richtig weh tut ihm aber eine andere Sache. Er wurde überraschend nicht für die Olympia-Qualifikation vom 2. bis 6. April in Nantes nominiert. "Das ist das Härteste, was einem Sportler passieren kann", sagt er leise und nachdenklich. Bundestrainer Richard Prause habe ihm die Entscheidung am Freitag vergangener Woche mitgeteilt. Seitdem herrscht Funkstille zwischen Verbandsspitze und Steger. Er habe mit Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig noch gar nicht gesprochen, wolle das aber beim nächsten Lehrgang tun.

Die Gründe, statt Steger Christian Süß zu nominieren, der in diesem Jahr auf internationalem Parkett nicht überzeugen konnte, kann der 26-Jährige nicht nachvollziehen. Man habe ihn wohl nicht in Peking dabei haben wollen, mutmaßt er. "Wie gut muss ich eigentlich noch spielen, um bei Olympia dabei zu sein? Diese Chance hat man vielleicht im Leben nur einmal." Es sei für ihn schwierig, sich nun zu motivieren, denn auch im Verein scheint ein Titel in weiter Ferne. "In der Champions League ist im Rückspiel gegen Chareleroi kaum was zu machen und an Düsseldorf wird wohl in der Meisterschaft auch kein Weg vorbeiführen."