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"Wie lernt das Gehirn?"

Das Ludwig-Uhland-Gymnasium plant, die pädagogische Arbeit durch wissenschaftliche Fachvorträge begleiten zu lassen und sie somit dauerhaft zu hinterfragen und zu verbessern. Zum Auftakt der "Gespräche am LUG" kommt der Ulmer Hirnforscher Professor Dr. Manfred Spitzer am Freitag, 9. Dezember, in die Kirchheimer Stadthalle.

ANDREAS VOLZ

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KIRCHHEIM Zu den "Gesprächen am LUG" sollen interne Fortbildungsveranstaltungen des Lehrerkollegiums ebenso gehören wie öffentlichkeitswirksame Vorträge vor großem Publikum. Wenn Manfred Spitzer in Kirchheim über das Thema "Neurobiologie des Lernens" spricht, rechnen die Veranstalter mit so viel Andrang, dass sie den Vortrag gleich in die Stadthalle verlegt haben. "Bei einem Referenten seines Kalibers könnten wir das Publikum hier in der Schule gar nicht beherbergen", sagt Oberstudiendirektor Dr. Andreas Jetter.

Wie wichtig und interessant der Auftaktvortrag im Dezember ist, macht Jetter deutlich, wenn er den Titel "Neurobiologie des Lernens" zu "übersetzen" versucht: "Dahinter verbirgt sich die Frage: ,Wie lernt das Gehirn?' Das Wissen darüber ist entscheidend für alle Eltern und auch für Schüler, die über ihr eigenes Lernen schon nachdenken und reflektieren können."

Schon allein daran zeigt sich, dass der Kirchheimer Auftritt des Ulmer Lernpsychologen, den Jetter als "einen der wichtigsten Referenten auf diesem Gebiet in der Post-PISA-Diskussion" bezeichnet, ganz unmittelbar mit Schule zu tun hat. Ein ideales Lernumfeld muss für Andreas Jetter angstfrei, emotional anregend und kreativ sein. Nur so könne Freude am Lernen aufkommen, während Stress und Ängste alles Lernen blockierten.

Weiter zählt der Schulleiter des Ludwig-Uhland-Gymnasiums, der selbst "aus der Psychologie-Ecke kommt", auf, dass das kindliche Hirn genügend Schlaf braucht und vor allem auch vor Überreizung zu schützen ist: "Wir überlegen uns sehr, was wir unserem Körper an Nahrung zuführen, ob sie gesund oder ungesund ist. Genau das sollten wir uns auch bei der geistigen Nahrung überlegen." Die Zeit, in der sich Kinder wahllos vom Fernsehen oder von Computerspielen berieseln lassen, gehe unmittelbar mit einer Reduktion des Konzentrationsvermögens einher.

Manfred Spitzer habe diesen direkten Zusammenhang durch seine Forschung nachgewiesen, bezieht sich Andreas Jetter auf dessen aktuelles Buch "Vorsicht Bildschirm!", dem er das Prädikat "sehr empfehlenswert" gibt. Versteht sich, dass er dasselbe auch über den Spitzer-Vortrag sagt, der am 9. Dezember um 19 Uhr in der Stadthalle beginnt. Wer noch keine Karte hat, sollte sich mit dem Sekretariat des Ludwig-Uhland-Gymnasiums unter der Telefonnummer 0 70 21/5 04 10 in Verbindung setzen.