Lokales

Wie seltsam ist’s durchs Moor zu wandern

Mit der Schwäbischen Landpartie bei Vollmond durch das Schopflocher Torfmoor

Die Schwäbische Landpartie bot eine außergewöhnliche Wanderung mit einigen Über­raschungen an: eine Mondscheinwanderung durch das Torfmoor bei Schopfloch.

Melancholische Geigenklänge und schaurige Geschichten bekamen die Moorwanderer zu hören.Foto: privat
Melancholische Geigenklänge und schaurige Geschichten bekamen die Moorwanderer zu hören.Foto: privat

Lenningen. Voll und rund steht der Mond über dem Moor und bildet die perfekte Kulisse für einen Abendspaziergang der besonderen Art. Eine Gruppe von rund 20 munteren Wanderern verlässt gut gelaunt das Schopflocher Torfmoor. Sie haben einen gut zweistündigen Spaziergang mit zahlreichen Geschichten, Informationen und Eindrücken hinter sich, organisiert durch die Schwäbische Landpartie, souverän geführt von Maria Stollmeier. Den Beginn machte der kulinarische Teil – eine Annäherung ans Moor, die durch den Magen ging. Hildegard Drexler, ebenfalls von der Schwäbischen Landpartie, stellte ein Buffet zusammen, das sich sehen ließ: „Blutige Finger“, „Hexentrunk“ und „Hexenknochen mit Mausdreck“.

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Der Gang durchs Moor begann mit einer ausführlichen Information über die natürliche Beschaffenheit des Moors allgemein und den geschichtlichen Hintergrund des Schopflocher Moors im Speziellen. Maria Stollmeier erklärte, was es mit den „Hexenbesen“ auf sich hat, die hoch oben, meist in Birken, hängen und sich dort als Schmarotzerpflanzen am Saft der Bäume gütlich tun. Nun ging der Weg streng auf den Holzplanken in den Wald hinein. Von Weitem war schon leise Musik zu hören, die auf den literarischen Teil der Wanderung geheimnisvoll hinführte. Mit melancholischer Geigenmusik wurde auf die Ballade „Der Knabe im Moor: O, schaurig ist‘s, übers Moor zu gehn“ von Annette von Droste-Hülshoff eingestimmt, die gefühlvoll von Gerda Sautter vorgetragen wurde.

Doch auch die weiteren Stationen entlang des Weges durch das Moor waren informativ und auch ein bisschen gruselig. Nach dem Wäldchen, gab es noch so manche Geschichten über das Sühnekreuz, das am Rande der Torfgrube steht. Die letzte Verschnaufpause war am Ende des Weges und Maria Stollmeier erzählte noch von Moorleichen, die im Lauf der Geschichte gefunden wurden.

Auf dem Rückweg warteten noch weitere Überraschungen auf die Wanderer. Zum einen war wieder Geigenmusik zu vernehmen, der die Zuhörer gespannt lauschten. Außerdem erzählte Gerda Sautter die Geschichte vom Irrlicht im Schopflocher Torfmoor. In der Zwischenzeit war es schon richtig dunkel geworden und der Mond stand leuchtend gelb über dem Waldrand. Umso passender war dann auch der Auftritt eines großen schwarzen Gespenstes, das von zwei kleinen munteren weißen Geistern kichernd und rostige Ketten schwingend begleitet wurde. Die drei gruseligen Gestalten huschten den Spaziergängern in gebührendem Abstand voraus durchs Moor und beendeten diesen außergewöhnlichen Vollmond-Moor-Spaziergang, der in dieser Art zum ersten aber möglicherweise nicht zum letzten Mal stattgefunden hat. cr