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Wie unterscheidet sich die „alte“ Werkrealschule von der „neuen“?

Die baden-württembergische Landesregierung hat beschlossen, ab dem Schuljahr 2010/2011 die Werkrealschule einzuführen, die sie als „Weiterentwicklung“ der Hauptschule verstanden wissen will. Das Konzept der Werkrealschule ist allerdings nicht neu: Schon bisher gab es sogenannte „Hauptschulen mit Werkrealschule“, an denen gute Schüler in einem zehnten Schuljahr die mittlere Reife machen konnten. Doch wie unterscheidet sich die „alte“ Werkrealschule von der „neuen“?

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„Bisher gab es die Werkrealschulen an zentralen Standorten“, erklärt Jürgen Henzler vom staatlichen Schulamt Nürtingen. Gute Hauptschüler mussten also in der Regel nach der neunten Klasse die Schule wechseln. Außerdem wurde ab der achten Klasse zur Vorbereitung auf das zehnte Schuljahr Zusatzunterricht angeboten, fügt Henzler hinzu. Diesen Zusatzunterricht durften allerdings nur die Schüler besuchen, die am Ende der siebten Klasse einen bestimmten Notendurchschnitt erreicht hatten.

Bei der Werkrealschule neuen Typs hingegen gibt es einen „durchgängigen sechsjährigen Bildungsgang mit vorberuflicher Qualifikation“, sagt Henzler. Das neue Konzept sei stärker auf die berufliche Praxis ausgerichtet. Denn anstatt Zusatzunterricht haben die Schüler ab der achten Klasse Wahlpflichtfächer. Diese sollen die Schüler auf die Berufsfachschule vorbereiten, an der sie in der zehnten Klasse zwei Mal in der Woche unterrichtet werden.

Im Landkreis Esslingen starten ab dem kommenden Schuljahr 24 Schulen als Werkrealschule neuen Typs. Hauptschulen wird es an 15 Standorten geben.

Werkrealschulen sollen nur an Hauptschulen mit zwei oder mehreren Klassen pro Jahrgang entstehen. Die Ausnahme können die bisherigen „Hauptschulen mit Werkrealschule“ bilden: Hier reicht Einzügigkeit aus. alm