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Wie Vereine helfen können, Kinder "stark" zu machen

Die Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen stärken, Ansprechpartner sein, aber auch Vorbildfunktion übernehmen: Vereine und Jugendgruppen tragen auf ihre Art zur Suchtvorbeugung bei. Eine zentrale Rolle spielen vor allem Jugendtrainer und -leiter. Was sie tun können, um Kinder und Jugendliche vor Sucht zu schützen, vermittelt ein Lehrgang in Holzmaden am 19. November.

BIANCA LÜTZ

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HOLZMADEN Unter der Überschrift "Suchtvorbeugung in Vereinen und Gruppen" bietet die Gemeinde Holzmaden zusammen mit dem Landkreis Esslingen am Samstag, 19. November, von 10 bis 15 Uhr einen Qualifizierungslehrgang für ehrenamtliche Mitarbeiter, Jugendleiter und -trainer an. Darin können sich die Betreuer mit Sucht und Suchtvorbeugung auseinandersetzen und neue Ideen für die Arbeit im Verein und für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen entwickeln.

"Wenn Kinder und Jugendliche in Vereinen aktiv sind, ist das gut", sagt Christiane Heinze, die bei der Jugend- und Drogenberatung in Kirchheim arbeitet und die Suchtprophylaxe des Landkreises Esslingen koordiniert. Zusammen mit ihrer Kollegin Nicole Lauer von der Jugend- und Drogenberatung Leinfelden-Echterdingen leitet sie den Lehrgang in Holzmaden. Jugendgruppen und Vereine helfen aus Heinzes Sicht dabei, junge Menschen "stark" zu machen stark genug für ein Leben ohne Sucht. Sport, Musik und der Kontakt zu anderen fördern das Selbstbewusstsein, vermitteln Gemeinschaftsgefühl sowie Lebensfreude und befähigen junge Leute, besser mit Konflikten und Belastungen umzugehen.

Doch die bloße Mitgliedschaft in Vereinen oder Gruppen ist kein Wundermittel gegen Sucht. "Vereine müssen auch Vorbilder sein", betont Christiane Heinze. So gelte es beispielsweise, "Spielregeln" aufzustellen nicht nur bei Sport und Spiel, sondern auch beim Feiern danach. Wichtig ist, dass Betreuer mit gutem Beispiel vorangehen und darauf achten, dass Suchtmittel im Vereinsleben eine möglichst geringe Rolle spielen.

"Jeder Jugendleiter ist konfrontiert mit Jugendlichen, die konsumieren egal ob Alkohol oder illegale Drogen", weiß Christiane Heinze. Auch Ess-Störungen wie Magersucht, Bulimie oder Ess-Sucht seien in vielen Vereinen ein Thema. Da Trainer, Betreuer und Jugendleiter einen "ganz anderen Kontakt" zu Kindern und Jugendlichen haben als Eltern, können sie oft auch mehr Einfluss nehmen. "Sie haben die Chance, regulierend einzugreifen", so Heinze.

"Es ist wichtig, hinzuschauen", betont die Drogenberaterin, dass Betreuer vor allem nicht die Augen verschließen und sich nicht aus der Verantwortung ziehen sollten. Dazu gehöre es auch, nachzufragen, wenn ein Kind nicht mehr zum Training kommt, oder es darauf anzusprechen, wenn es Probleme zu haben scheint. Wichtig ist nach Ansicht der Beraterin zudem, dass in Vereinen und Gruppen nicht zu viel Druck entsteht: Nicht nur Leistung sollte zählen, sondern vor allem auch Gemeinschaft und Spaß.

Bei der Fortbildung im Vereinszimmer der Holzmadener Grundschule, Friedhofstraße 19, haben Betreuer, Jugendtrainer und -leiter die Chance, eigene Haltungen im Umgang mit Jugendlichen zu entwickeln. Nicht einseitige Vorträge sollen die Veranstaltung prägen, sondern Erfahrungsaustausch, Übungen und Gruppenarbeit. Anmelden können sich alle Erwachsenen, die in Vereinen oder Gruppen mit Kindern oder Jugendlichen zu tun haben. Der Kurs ist kostenlos, die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat.

Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0 70 21/9 70 43 28 oder per E-Mail, heinze@drogenberatung-kirchheim.de, anmelden.

INFO"Suchtvorbeugung in Vereinen und Gruppen" ist eine weitere Veranstaltung der Holzmadener Anti-Drogen-Kampagne "Lust aufs Leben", die von der bürgerlichen und der kirchlichen Gemeinde, der offenen Jugendarbeit sowie örtlichen Vereinen ins Leben gerufen wurde.