Lokales

„Wie von der Welt abgeschnitten“

Bewohner eines Mehrfamilienhauses waren eine Woche lang ohne Fernsehen, Internet und Telefon

Eine Woche lang mussten die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in den Badwiesen in Kirchheim ohne Telefon, Internet und Fernsehen auskommen. Am Donnerstag kam endlich die Erlösung: Ein Mitarbeiter von Kabel-BW reparierte den defekten Verstärker im Keller des Hauses.

Nichts ging mehr: Eine Woche lang konnten die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in den Badwiesen 29 in Kirchheim nicht mehr tele
Nichts ging mehr: Eine Woche lang konnten die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in den Badwiesen 29 in Kirchheim nicht mehr telefonieren, fernsehen und im Internet surfen.Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Mehrmals hatten die Bewohner des Mehrfamilienhauses in den Badwiesen bei Kabel BW angerufen und darum gebeten, die Störung zu beheben – zunächst vergeblich. „Man sagte mir, dass man nichts von einer Störung wisse“, erzählt Antonio Marinacci, der zusammen mit seiner Frau Eleonore in dem Haus wohnt. „Man fühlte sich wie von der Welt abgeschnitten“, erzählt Eleonore Marinacci. „Wir konnten keine Nachrichten mehr schauen, niemanden anrufen, und keiner kümmerte sich um das Problem.“

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Insgesamt leben in dem Gebäude, das von der Kreisbaugenossenschaft Kirchheim-Plochingen verwaltet wird, zwölf Partien. Sie konnten seit 21. Dezember nicht mehr telefonieren, fernsehen und auch nicht im Internet surfen. Dies sei vor allem für ältere Menschen tragisch gewesen, die kein Handy besitzen, sagt die 41-jährige Bewohnerin Anna Vogel. „Wenn ihnen etwas passiert wäre, hätten sie telefonisch keine Hilfe rufen können.“ Doch auch für ihre Kinder sei es ein Problem gewesen, ohne Fernsehen, Telefon und Internet auskommen zu müssen, sagt Anna Vogel. Über die Feiertage sei es vor allem ihrem 14 Jahre alten Sohn recht langweilig gewesen. Die „Stille Nacht“ erhielt hier plötzlich eine ganz andere Bedeutung.

„Mein Sohn hat auch die ganze Zeit gejammert“, bestätigt die 38 Jahre alte Katharina Fritsche, die ebenfalls in dem Haus wohnt und – genauso wie Anna Vogel und weitere Bewohner – wiederholt bei Kabel BW anrief. „Wir wurden immer nur vertröstet“, ärgert sich Anna Vogel über die Reaktion des Unternehmens.

Erich Joachim, Hausmeister der Kreisbaugenossenschaft, wurde am Tag vor Heiligabend über das Problem informiert. „Ich habe nachgesehen, ob Strom vorhanden ist. Mehr konnte ich nicht tun“, erzählt er. Der Hausmeister vermutete, dass an der Übergabestelle im Haus eine Störung vorlag. „Aber hier hat nur Kabel BW Zutritt“, sagt er. Mit seiner Vermutung sollte der Hausmeister Recht behalten: Der Verstärker an der Übergabestelle war defekt. Ein Mitarbeiter von Kabel BW kam am Donnerstag, um das Problem zu beheben. Etwa eine Stunde war er beschäftigt – dann konnten die Hausbewohner endlich wieder aufatmen.

Warum Kabel BW nicht schon früher tätig wurde, dazu erhielt der Teckbote gestern auf Nachfrage keine Auskunft.