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Wie wird der Schulbus fahren?

Über die Kostenminimierung beim Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) diskutierte der Notzinger Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung. Ein weiteres Problem ist die Busverbindung zwischen Notzingen und Ötlingen beziehungsweise Wernau während der Vollsperrung für den Kreisverkehr-Umbau.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN Mit dem Bau des Kreisverkehres an der Kreuzung beim Freitagshof soll noch dieses Jahr begonnen werden. Damit eine symetrische Anfahrt zum Kreisel erfolgen kann, gibt es eine neue Trasse von Ötlingen kommend, ab der scharfen Kurve bei der Abzweigung zum Golfplatz. "Mit den Erdverschiebungen soll in den nächsten Wochen begonnen werden", erklärte Jochen Flogaus, der noch die einen oder anderen Vorbehalte hat. Während Notzingen und Wernau die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern selbst führen, überlasse die Stadt Kirchheim diese Aufgabe übergeordneten Behörden wie dem Landratsamt. "Um Zeit zu gewinnen mache ich Verträge, mit Notzinger Bürgern, die ein Grundstück auf Kirchheimer Markung in diesem Bereich besitzen", sagte Jochen Flogaus.

Ab Februar soll dann mit dem eigentlichen Umbau der Kreuzung auf der grünen Wiese begonnen werden. Dazu ist jedoch ein Vollsperrung nötig. "Das wird uns große Probleme mit den Busverbindungen bringen", befürchtet der Schultes. Die Notzinger Hauptschüler besuchen zum Großteil die Eduard-Mörike-Schule in Ötlingen und ein Teil der Realschüler geht nach Wernau in die Schule. Der nächste Weg zu beiden Schulen führt über diese Kreuzung. "Die einzige Ausweichmöglichkeit ist der Weg entlang des Bodenbachs", erklärte Jochen Flogaus. Dieser müsste jedoch ausgebaut und im weiteren Verlauf teilweise auch noch mit einer Bitumenschicht versehen werden. Außerdem ist ein Teil der Uferbefestigung abgebrochen und müsste ebenfalls saniert werden. "Ein Minibus würde gehen", konnte der Schultes berichten. "Was aber passiert bei Eis und Schnee? Der Busunternehmer übernimmt nicht die Verantwortung, wenn das Busle im Graben liegt", gab Jochen Flogaus zu Bedenken. Das würde bedeuten, dass bei ungünstiger Witterung diese mögliche Alternative nicht besteht.

Für die Vollsperrung hat der Notzinger Gemeinderat Verständnis. Nur so sei es möglich, in dem abschüssigen Gelände eine Ebene für den Kreisverkehr herzustellen. Als "sehr problematisch" wird jedoch die etwa neun Monate andauernde Umleitungssituaton gesehen, nicht nur im Hinblick auf den Busverkehr. Somit sind die Notzinger mit Baustellen rund um ihren Ort "gesegnet". Über Monate mussten sie sich mit der Baustelle in Kirchheim Richtung Waldfriedhof arrangieren, nun steht die nächste Behinderung an.

Die Kostenminimierung des ÖPNV war ein weiteres Thema in der Gemeinderatssitzung. "Um eine neue Grundlage zu erhalten, haben wir den Vertrag gekündigt", erklärte Notzingens Bürgermeister Flogaus. Das Ergebnis der Verhandlungen: Es bleibt bei der Stundenregelung, für Notzingen ergeben sich keine gravierenden Änderungen.

Der Betrieb des Anruf-Sammel-Taxis (AST) beginnt künftig an Sonn- und Feiertagen erst um 10 Uhr, was eine Einsparung von etwa 2500 Euro einbringt. Da unter anderem auch einige wenig besetzte Frühfahrten im ÖPNV-Verbund gestrichen wurden, kamen Einsparungen von insgesamt knapp 32 000 Euro zu Stande. Dass die Bodenbachgemeinde beim ÖPNV viel Geld einsparen könne, sei unrealistisch, erklärte der Schultes. "Das wichtigste ist, dass wir nicht abgehängt werden und uns keine Fahrten gestrichen werden", so Jochen Flogaus.

Daran anschließend gab es im Ratsrund wieder eine Diskussion über Sinn und Unsinn des AST. Da der Zwei-Jahres-Vertrag ausläuft, muss dieser Bereich neu verhandelt werden und wegen der hohen Spritpreise ist es fraglich, ob das AST billiger wird. "Die Frage kann sogar lauten: Haben die Taxi-Unternehmen überhaupt ein Interesse daran", gab Jochen Flogaus zu Bedenken.