Lokales

Wieder ein unerwünschtes Wasservorkommen

Ein Deja-vu-Erlebnis beschäftigt derzeit alle, die mit der Kirchheimer Sporthalle Stadtmitte zu tun haben: Unter dem Boden hat sich Wasser angesammelt. Die Sportstätte bleibt deshalb geschlossen, bis der Schaden behoben ist. Bereits im Herbst 2001 hatten sich die Nutzer der Halle wegen Wasserschadens über mehrere Wochen hinweg Ausweichquartiere suchen müssen.

ANDREAS VOLZ

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KIRCHHEIM "Das ist wirklich eine blöde Situation", kommentiert Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer offen und ehrlich die augenblickliche Lage in der Sporthalle Stadtmitte. Dass die Halle geschlossen werden musste, tue ihm außerordentlich leid für den Schulbetrieb, für den Trainingsbetrieb und für die "attraktiven Veranstaltungen". Am Samstag war Riemer noch selbst ein begeisterter Zeuge vom mühsamen Heimsieg der Kirchheimer Regionalliga-Basketballer gegen Mannheim. Zu dem Zeitpunkt wusste er bereits, dass unter dem Hallenboden Wasser steht, aber das ganze Ausmaß des Schadens zeichnete sich erst gestern endgültig ab.

"Das Problem ist nach der Weihnachtspause aufgetreten", sagt Bürgermeister Riemer, "es hängt mit dem Betrieb zusammen mit laufendem Wasser." Ob es sich bei den unterschwelligen Wassermassen um Frischwasser oder um Abwasser handelt, ist bislang nicht geklärt. Sicher scheint indessen zu sein, dass der Schaden weder mit der Heizung zu tun hat noch mit jener undichten Lötstelle im Duschbereich, die vor gut vier Jahren den Hallenboden unter Wasser gesetzt hatte.

Wenn die Ursache also auch eine andere ist als damals, so bleibt die Wirkung doch dieselbe. Günter Riemer: "Der Boden in der Halle liegt auf einem Holzgestell." Das Wasser gefährde diese Holzkonstruktion massiv. Die Flüssigkeit muss also wieder abgepumpt werden, und anschließend kann Trockenluft die Restfeuchtigkeit beseitigen. Rund sieben Wochen hat das beim letzten Mal gedauert. Die Stadtverwaltung rechnet deshalb vorab bereits mit einem Schließungszeitraum von zirka acht Wochen. Wie lange die Sporthalle Stadtmitte aber tatsächlich gesperrt bleiben wird, "können wir erst einschätzen, wenn wir wissen, woher das Wasser kommt", stellte Bürgermeister Riemer gestern fest.

Während die Suche nach der unerwünschten Wasserquelle weitergeht, muss die Allenschule dafür sorgen, dass der Sportunterricht sowohl für die Grund- als auch für die Hauptschüler weitergehen kann. "Wir sind ja schon notfallgeprüft", fügt sich Schulleiter Uwe Häfele einigermaßen ergeben in das Schicksal, das er vor vier Jahren schon einmal zu meistern hatte: In absehbarer Zeit gibt es in der Sporthalle Stadtmitte keinen Sportunterricht mehr.

Also müssen die Alleenschüler wieder auf Wanderschaft gehen, bevor sie sich sportlich betätigen können. "Wir sind in Kontakt mit den umliegenden Schulen, und die dortigen Verantwortlichen sind sehr mitfühlend", freut sich Uwe Häfele über die Kooperationsbereitschaft. Die Konrad-Widerholt-Schule, das Ludwig-Uhland-Gymnasium und das Pädagogische Fachseminar kommen in erster Linie für diese Art der "Sporthilfe" in Betracht: "Wir helfen uns aus, wo es nur geht, um zusätzliche Kapazitäten zu bekommen."

Die Notfallpläne an der Alleenschule sind bereits erstellt. "Natürlich mussten wir Umschichtungen vornehmen und sogar einzelne Sportstunden streichen", berichtet Rektor Häfele. In der Regel gebe es drei wöchentliche Sportstunden pro Klasse, in nächster Zeit werden es teilweise nur noch zwei sein. Da der Sport oft ein Highlight im Schulalltag darstelle, mutmaßt Häfele: "Unsere Schüler werden enttäuscht sein."

Das gilt auch für außerplanmäßige Veranstaltungen wie den Bewegungsparcours, der regelmäßig für die Grundschüler angeboten wird. Bei den AG-Angeboten in der Mittagszeit sieht Uwe Häfele ebenfalls Probleme auf die Ganztagsschule zukommen. Ansonsten setzt er auf das erprobte Improvisationstalent an seiner Schule: Die Aula ist in das sportliche Notprogramm ebenso einbezogen wie das Schlagwort vom "bewegten Klassenzimmer". Bei der ersten Schließung 2001 habe der Schulsport auch im Freien stattgefunden. Daran ist dieses Mal nicht zu denken. Außerdem hofft Häfele, dass das Problem behoben ist, bevor die Außentemperaturen wieder an Unterricht im Freien denken lassen.