Lokales

Wiedersehen mit der Stadt der Jugendzeit

Große Ereignisse stehen Herbert August Wilhelm Kmuche und seiner Frau Elisabeth Johanna Theresia geborene Ebert ins Haus. Heute kann das noch sehr rüstige Ehepaar das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern, am morgigen Freitag steht dann der 88. Geburtstag des Rektors a. D. auf dem Programm.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Im Alter von eineinhalb Jahren kam die in Hohenheim geborene Johanna Theresia Ebert nach Kirchheim, wo sie in der Raunerstraße 3 heute Alemannenstraße aufwuchs. In Kirchheim lernte sie auch ihren Mann kennen, der aus Schlesien vertrieben wurde und nach dem Krieg in die Teckstadt gekommen war.

Sein ursprünglicher Wunsch, Medizin zu studieren, wurde durch den Krieg vereitelt. Um Geld zu verdienen, arbeitete er nach Kriegsende im Wald. Als dann Schulhelfer gesucht wurden, nutzte er die Gelegenheit, sich für den Lehrerberuf ausbilden zu lassen. Während er in unterschiedlichen Schulen in Kirchheim und der näheren Umgebung unterrichtete und unter anderem an der Schule in Bissingen, Jesingen und Ötlingen tätig war, unterrichtete seine Frau an der Musikschule.

Die Musik ist auch noch heute das verbindende gemeinsame Interesse der inzwischen 60 Jahre verheirateten Eheleute. Nach dem berufsbedingten Umzug, wo Herbert August Wihelm Kmuche Rektor an der Eduard-Mörike-Schule war und seine Frau an der Musikschule arbeitete, verbringen sie nun ihren Lebensabend wieder in der Stadt, in der sie sich vor über 60 Jahren auch kennen gelernt hatten.

Nach der gemeinsamen Pensionierung waren sie zunächst nach Schleswig-Holstein gezogen, wo sie ein Haus mit Garten bewohnten, von dem sie sich schweren Herzens verabschieden mussten. Um völlig unabhängig und auf alle möglichen Überraschungen des Alters vorbereitet zu sein, haben sie die Gelegenheit genutzt, nach Kirchheim zurückzukehren. In der Jahnstraße 13 haben sie eine stadtnahe Wohnung gefunden, die ihnen bei Bedarf auch einmal die Möglichkeit eröffnet, die Betreuungsangebote des Palliativ-Pflegezentrum zu nutzen.

Ersatz für den einstigen Garten ist ihnen ein schöner sonniger Balkon, doch tut es den beiden Eheleuten leid, dass sie in ihrer Wohnung keinen Hund halten können. Da Herbert Kmuche nicht nur Fotograf und Filmamateur ist, sondern auch ein begeisterter Sammler, träumen sie oft auch noch von dem vielen Stauraum, den sie in Schleswig-Holstein hatten. Wieder in Kirchheim zu leben und immer wieder auch einmal ehemalige Bekannte oder einstige Schüler zu sehen, genießen die Eheleute aber doch.

Dass sie nicht mehr auf Reisen gehen können eine andere gemeinsame Leidenschaft vermissen sie schon. Nachdem ihre Tochter bis zu ihrem Tod in Südafrika lebte, hatten sie immer wieder Gelegenheit, dort auf Safari zu gehen. Filme und unzählige Erinnerungsfotos sind ihnen von ihren Reisen geblieben, die sie nun eben in ihrem Wohnzimmer in Erinnerung rufen müssen.

Heute und morgen werden sie dafür freilich keine Zeit finden, denn neben dem Sohn und seiner Familie hat auch die Oberbürgermeisterin schon ihren Besuch angekündigt, um dem Rektor a. D. und ehemaligen Kreis- und Kirchheimer Stadtrat zu seinem 88. Geburtstag und natürlich dem Ehepaar zum Fest der diamantenen Hochzeit zu gratulieren.