Lokales

„Wir brauchen diese Straße“

Trotz höherer Kosten wird die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Dettingen und Owen saniert

Der lange und harte Winter hat der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Dettingen und Owen schwer zugesetzt. Deshalb muss die brüchige Straße dringend saniert werden. Die Kosten jedoch fallen höher aus als bisher geplant – trotzdem plädierten die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung dafür, die Arbeiten so schnell wie möglich auszuschreiben.

heike allmendinger

Dettingen. „Die schlechte Nachricht ist: Es dauert länger und wird nicht billiger“, sagte Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann in der Gemeinderatssitzung, als der Punkt „Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Dettingen-Owen“ auf der Tagesordnung stand. Wie berichtet, ist die Straße brüchig und von tiefen Schlaglöchern durchzogen. Deshalb hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 1. März beschlossen, die Straße auf einer Länge von 820 Metern bis zur Gemarkungsgrenze Owen zu sanieren und die Arbeiten beschränkt auszuschreiben.

Kurze Zeit später musste diese Ausschreibung allerdings wieder gestoppt werden. Denn das Landratsamt hatte der Gemeinde die Auflage gesetzt, dass auf einer Länge von 110 Metern ein Kanal gelegt werden muss, über den das Niederschlagswasser abgeleitet wird. „Im Wasserschutzgebiet Zone 1 darf kein Regenwasser im Graben versickern“, erklärte der Rathauschef. Darüber hinaus hat man bei Messungen festgestellt, dass der Straßenbelag „polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe“ (PAK) enthält, denen eine gesundheitsschädliche Wirkung nachgesagt wird. Deshalb muss man den Straßenbelag auf einer Stärke von etwa 20 Zentimetern entfernen – was mehr Kosten verursachen wird als bisher geplant.

So schlagen die Straßensanierung und der Kanalbau voraussichtlich mit insgesamt 350 000 Euro zu Buche. Bislang rechneten die Räte mit Kosten in Höhe von 230 00 Euro. „Die Finanzierung ist aber trotzdem gesichert“, betonte Kämmerer Jörg Neubauer. Denn für Kanalarbeiten habe man im Haushalt sowieso bereits 200 000 Euro eingeplant. Damit seien die Kosten für den Kanalbau, der etwa 60 000 Euro verschlingen wird, abgedeckt. Die restlichen Mehrkosten für die Arbeiten an der Gemeindeverbindungsstraße könne man über Grundstückserlöse und höhere Gewerbesteuereinnahmen finanzieren, informierte der Kämmerer.

„Wie sollen wir jetzt weitermachen?“, wollte Rainer Haußmann von den Räten wissen, nachdem alle Fakten auf dem Tisch lagen. „Nach Abwägung der Tatsachen sollten wir gleich ins Ausschreibungsverfahren gehen. Denn ich bin überzeugt davon, dass wir die Straße brauchen“, unterstrich Roland Sigel (CDU/FWV). Das bestätigten die anderen Räte im Rund, die sich deshalb einstimmig dafür aussprachen, die Arbeiten so schnell wie möglich auszuschreiben. „Es fällt uns nicht leicht, diese Entscheidung zu treffen. Aber es führt kein Weg daran vorbei“, verdeutlichte Roland Sigel.

Mit der Straßensanierung und dem Kanalbau wird man voraussichtlich Mitte Juli beginnen. „Die Bauzeit dauert vermutlich vier Wochen. Unser Ziel ist, die Straße Mitte August wieder zu öffnen“, sagte Bauamtsleiter Jochen Sokolowski. Um die Zeit bis zum Start der Arbeiten zu überbrücken, wird die derzeit gesperrte Straße provisorisch geflickt, indem ein feiner Bitumenbelag auf den Schotter aufgebracht wird. Anschließend könne man die Straße von Mitte Mai an zwei Monate lang freigeben, versicherte der Bauamtsleiter. „Nicht zugelassen ist in dieser Zeit der Schwerlastverkehr, Busse sowie land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen die Straße aber benutzen.“ Die provisorische Sanierung belastet den Gemeindesäckel mit etwa 5 000 Euro.

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