Lokales

Wir brauchen eine Straße aber keinen Gehweg ...

Wir brauchen eine Straße aber keinen Gehweg

Anzeige

Zum Artikel "Im ländlichen Idyll hält die Moderne Einzug", im Teckboten vom 23. November:

Dass die Straße in marodem Zustand ist, merken wir jeden Tag. Aber jetzt, nach über 30 Jahren, soll die Straße quasi von heute auf morgen saniert werden. Bei der Bürgerinformation wurden zwar unsere Anregungen und Bedenken gehört, jedoch verschanzen sich die Herren der Stadt Kirchheim hinter Gesetzen, Paragrafen, dem Argument der Sicherheit und dem Bebauungsplan von 1983, der einen Gehweg von 1,5 Metern vorsieht. Wir Anrainer vom Weiler Schafhof brauchen keinen neuen Wasseranschluss nach EU-Norm und wir brauchen vor allen Dingen keinen Gehweg, der Platz wegnimmt, weil dort dann auch nicht geparkt werden darf.

Kommt hin und wieder ein Bus in "Die Brenne", muss dieser rückwärts bis zum Laubersberg fahren, weil er nicht wenden kann. Aber die Herren hören sich das mit einem Lächeln an, unterhalten sich, solange der Bürger seine Bedenken vorträgt. Fazit der Veranstaltung: Die Stadt hat das Sagen, die Anlieger bezahlen (ohne Berücksichtigung ihrer Bedenken und oder gar Wünsche) für die Straßenrenovierung 95 Prozent der Kosten.

Die Bebauungsplanänderung Weiler Schafhof Ost konnte leider nicht diskutiert werden. Die Stadt sieht hier zwei unterschiedliche Themen. Dem ist aber absolut nicht so. Durch die Bebauungsplanänderung und die dadurch mögliche Neuansiedlung von Bürgern erhofft sich die Stadt weitere Zahler für die Straße. Kurioserweise ist in der Neuplanung kein Gehweg vorgesehen, obwohl die Kurve verschärft ausgebaut werden soll. Dies offensichtlich deshalb, weil es der Bebauungsplan von 1983 vorsieht. Was ist hier mit der Sicherheit?

Ab der Laubersbergstraße beginnt das Naherholungsgebiet, hier spazieren oder wandern die Leute paarweise oder in Gruppen und dies auf der Straße. Es wird keinem einfallen, im Gänsemarsch auf dem 1,50 Meter breiten Trottoir zu gehen. Also, warum der Mehraufwand? Wir brauchen eine gerichtete Straße ohne Gehweg, aber wir brauchen am Ende des Weilers auch kein Neubaugebiet, da auch eine gerichtete Straße das höhere Verkehrsaufkommen nicht verkraftet.

Helmar und Heidi Mutschler

Weiler Schafhof, Kirchheim

Der Empörung muss jetztdas Gespräch folgen

Zum Artikel "Aleviten protestieren", im Teckboten vom 28. Dezember:

In der Ausgabe des "Teckboten" vom 28. Dezember wird über den Protest der Alevitischen Gemeinden Deutschlands, auch der in unserer Stadt, gegen die Darstellung des alevitischen Glaubens in einer "Tatort"-Folge vom 23. Dezember berichtet. Die Empörung der Anhänger der alevitischen Glaubensrichtung des Islam ist nachvollziehbar, da diese Glaubensrichtung, wie die religiöse Gruppe der Yeziden, seit Jahrhunderten mit dem Vorurteil von Seiten der sunnitischen Mehrheit konfrontiert ist, Inzest sei Teil ihrer religiösen Rituale. Eine Folge solcher Vorurteile war erst vor wenigen Monaten ein Anschlag auf eine yezidische Gemeinde im Irak, bei dem fünfhundert Menschen getötet wurden.

Fraglich erscheint mir jedoch, ob die im "Teckboten"-Artikel dargestellte Unterstellung der Alevitischen Gemeinde, die Drehbuchautoren seien von "fanatischen sunnitischen Beratern" instrumentalisiert worden, zum Abbau diffamierender Vorurteile führen. Auch in unserer Stadt wurde erst letzthin, einem alevitischen Schüler der Sekundarstufe II, von einer bestimmt nicht fanatischen oder bösartigen Schulkameradin die Frage gestellt, was es denn auf sich habe mit diesen Unterstellungen gegenüber den Aleviten. Für mich ein Indiz dafür, dass sich auch in unserer Stadt die Vertreter der alevitischen Glaubensrichtung und die Vertreter des Mehrheitsislams zusammensetzen und offen über bestehende Vorurteile sprechen sollten.

Solche Gespräche zu vereinbaren und Berührungsängste abzubauen bietet auch der Integrationsausschuss der Stadt die Möglichkeit, in dem Angehörige der sunnitischen und alevitischen Glaubensrichtung des Islams vertreten sind.

Gundhard Racki

Mitglied im Integrationsausschuss

der Stadt

Im Doschler, Kirchheim

Mangelnde Kritikfähigkeit

Zum Leserbrief "Offene Fragen müssen erst noch beantwortet werden", im Teckboten vom 27. Dezember:

Sehr geehrter Herr Zimmermann, gerade bei Vertretern der sogenannten großen Volksparteien ist es üblich geworden, Meinungsäußerungen von Andersdenkenden als populistisch zu degradieren. Das ist dumm, platt und äußerst billig. Anscheinend hört bei Ihnen die Demokratie nach einer Wahl auf. Mehrheiten brauchen Sie wohl nur, um gewählt zu werden. Was die große Mehrheit denkt, ist Ihnen anscheinend völlig egal.

Übrigens, zu einem Gutachten in solchen Angelegenheiten gehört es nun einmal, aufgrund von Daten und Fakten in die Zukunft zu prognostizieren. Dass Ihnen das Ergebnis offensichtlich nicht ins Kalkül passt, ist eine ganz andere Sache. Dafür wollen Sie offensichtlich eine ganz andere zukunftsorientierte Entscheidung herbeiführen, die anscheinend nicht berücksichtigte Faktoren beinhaltet. Wieso können Sie diese nicht ganz klar benennen und belassen es anstatt dessen bei scheinheiligen Formulierungen?

Eines ist den Lesern und Wählern hoffentlich klar geworden: Sie vertreten nicht die Interessen der Menschen, denen Sie Ihr politisches Amt zu verdanken haben. Und wenn Sie sachliche Kritik als Angriff per Leserbrief bezeichnen, lässt das nur auf mangelnde Kritikfähigkeit und Führungskompetenz schließen. So kann man sich auch outen.

Werner Carstens

Holbeinweg, Kirchheim

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.