Lokales

„Wir haben ein gutes Jahr hinter uns gebracht“

Nachwehen der Krise prägen Bilanz – GARP Bildungszentrum bietet berufliche Bildung auf höchstem Niveau

„Ein Plus von 67 000 Euro trotz Umsatzrückgang erwirtschaftet - als nicht gewinnorientierter Dienstleister sind wir damit nicht unzufrieden.“ So brachte der GARP-Geschäftsführer Dr. Werner J. Waiblinger vor den Vertretern der 171 Mitgliedsbetriebe das Geschäftsergebnis 2011 auf den Punkt.

Plochingen. Anfang 2011 kämpfte die IHK-nahe Bildungsschmiede noch mit den Nachwehen der Krise. Das änderte sich im Spätsommer 2011 schlagartig: Die Anzahl der Auszubildenden im Geschäftsfeld Industrieausbildung verdoppelte sich nahezu.

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Das Ergebnis stellte auch Peter Schmid, den Vorsitzenden des Vorstandes von GARP, zufrieden. „Wir haben ein gutes Jahr hinter uns gebracht“, sagte er.

An den GARP-Standorten in Ruit, Plochingen, Nürtingen und Göp­pingen wurde ein Umsatz von 7,6 Millionen Euro erwirtschaftet - ein Rückgang um knapp sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Waiblinger darstellte.

Dabei hatte das Jahr alles andere als gut begonnen, berichtete der GARP-Geschäftsführer. „Die Spätfolge der Wirtschaftskrise war eine deutlich niedrigere Anzahl von Auszubildenden im Jahrgang 2010/2011. Rückläufig waren auch Qualifizierungsmaßnahmen, welche GARP im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit für Arbeitssuchende durchführte.“ Dies beeinträchtigte zwar, so betonte Waiblinger, das Geschäftsergebnis von GARP, war aber für die Wirtschaft in der Region eine gute Nachricht. Denn weniger Bildungsmaßnahmen für Kurzarbeiter und Arbeitssuchende spiegelten die positive Wirtschaftsentwicklung wider.

Im September 2011 starteten bei GARP fast doppelt so viele Azubis ihre Ausbildung wie im Jahr zuvor. In allen Ausbildungsbereichen bot die GARP den neuen Azubis vor Ausbildungsbeginn an, sich bei einer „Teamwoche“ nicht nur gegenseitig bei erlebnispädagogischen Aktivitäten ken­nenzulernen, sondern auch vorab alles Wichtige zu Fragen der Berufsschule, Kommunikation oder Präsentation zu lernen. Diese Einführungswoche habe sich bewährt, berichtete Waiblinger: „Wenn man sich engagiert, kritikfähig und lernbereit ist und sein Ziel nicht aus den Augen verliert, führt das zum Erfolg.“

Bei der von der Bundesagentur für Arbeit geförderten Projektausbildung seien die Umsätze konstant geblieben, stellte Waiblinger dar. Als feste Größe habe sich auch die Berufliche Schule von GARP erwiesen, in der 170 Schüler in zehn Klassen ihre BEJ- beziehungsweise Realschulabschlüsse und Fachhochschulreife gemacht haben. Insgesamt befinden sich bei GARP in Plochingen, Ruit und Nürtingen über 500 Jugendliche in beruflicher Ausbildung und Berufsvorbereitung.

Das Geschäftsfeld Studienakademie mit einem breit gefächerten Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Fachwirte, Betriebswirte, Industriemeister oder Bilanzbuchhalter, habe zwar einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen müssen, biete aber gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel, der nach einer Prognose der IHK im Jahr 2014 den Höhepunkt erreichen werde, der Industrie Chancen, aktiv gegen diesen Mangel vorzugehen.

„Besonders stolz“, so der GARP-Geschäftsführer, „sind wir auf den neuen Weiterbildungsabschluss ‚Geprüfter Industrietechniker‘. GARP war bei der von den Firmen geforderten dualen Weiterbildung federführend an der Entwicklung dieses technischen Praxisstudiengangs beteiligt.“ Gut habe sich die Business-Akademie entwickelt. „Dieser Bereich floriert stetig, es wird jedes Jahr ein bisschen mehr“, fasste Waiblinger die Entwicklung in diesem jüngsten Geschäftsfeld von GARP zusammen.

Unterm Strich könne die GARP als die Nummer 1 der Region in beruflicher Aus- und Weiterbildung mit über 70 Mitarbeitern stolz darauf sein, auch 2011 wieder mit Erfolg junge Menschen in ihrer Aus- und Weiterbildung weitergebracht zu haben sowie erwachsene Menschen durch praxisorientierte Studiengänge und Trainings zu höherem Können geführt zu haben. Ins Jahr 2012 blickt der GARP-Geschäftsführer mit Zuversicht: „Die Rahmenbedingungen haben sich klar verbessert, der Markt zeigt sich sonnig, die Mitarbeiter, die Qualität, die Organisation und unsere Produkte stimmen.“pm