Lokales

"Wir Kinder möchten endlich einen Bolzplatz"

Einen Platz zum Fußballspielen wollen die Kinder und Jugendlichen in Schlattstall. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, übergaben sie während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates 83 Unterschriften an Bürgermeister Michael Schlecht.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN "Wir Kinder möchten in Schlattstall endlich einen Bolzplatz", sagte ein Kind in der Einwohnerfragestunde. Gemeinsamkeit macht stark und deshalb waren gleich mehrere Jungs und Mädchen erschienen, um einer nach dem anderen ihr Anliegen vorzubringen, während ein Kind mutig voranschritt und die 83 Unterschriften an Bürgermeister Schlecht überreichte. "Unser Anliegen hat große Zustimmung gefunden", erklärten die jungen Schlattstaller stolz. Bei gerade mal 177 Einwohnern unterstützt rund die Hälfte der Einwohner den Wunsch des Nachwuchses. Ob das mit den schon zweimal zu Bruch gegangenen Backhaus-Fenstern zu tun hat, sei dahingestellt. Die Kinder sind mittlerweile notgedrungen auf die Straße ausgewichen, um ihren Sport betreiben zu können.

Entgegen dem Trend sei die Zahl der Kinder in Schlattstall gewachsen und zwischen den Altersgruppen bestehe ein gutes Miteinander. "Was fehlt ist ein Platz zum gemeinsamen Spiel, insbesondere zum Fußballspielen", so die Kinder. Schon seit längerer Zeit bemühen sich die Schlattstaller um einen Bolzplatz und wollten daher in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wissen, wann sie denn endlich mit einer entsprechenden Fläche rechnen können, zumal die anderen Lenninger Teilorte diesbezüglich gut ausgestattet seien.

Geeignete öffentliche Flächen gibt es in einem solch engen Talstück nicht zuhauf. Die Gemeinde würde daher gerne ein Grundstück kaufen, auf dem vor Jahren ein Grillplatz eingerichtet war. Es liegt direkt hinter dem bestehenden Spielplatz. Eigentümerin des Geländes ist die Papierfabrik Scheufelen. Da es aber noch keinen abgeschlossenen Kaufvertrag zwischen Gemeinde Lenningen und der Firma gibt, müssen die Kinder notgedrungen warten. "Ohne Kaufvertrag gibt es keinen Bolzplatz", erklärte Michael Schlecht die rechtliche Seite des Problems.

Zudem sind noch einige Dinge in der Schwebe und müssen zuerst abgeklärt werden. Ein Passus in einem Vertragsvorentwurf sah beispielsweise vor, dass ein rund zehn Meter breiter Streifen zu den Fischteichen freigehalten werden muss. Dies ist für einen Zufahrtsweg nach Ansicht der Gemeinde zu großzügig bemessen, zumal in diesem Gebiet in der Nähe des Goldlochs nichts überbaut werden darf. "Wir sind sehr bemüht und bestrebt, so schnell als möglich eine Lösung zu finden", verspach Michael Schlecht der Schlattstaller Jugend. "Wenn wir das Grundstück gekauft haben, bedarf es nur noch kurzer Zeit bis zum ersten Anpfiff", sagte der Schultes weiter.

Eine Stellungnahme von den für Grundstücksverkäufe verantwortlichen Mitarbeitern bei der Firma Scheufelen war gestern nicht zu bekommen.