Lokales

"Wir leben nunmal in Mitteleuropa und nicht in Spanien oder Italien"

Das Wetter beschäftigt die Menschen seit langem, doch selten war der Sommer so von Gegensätzen geprägt, wie in diesem Jahr. Wie die Passanten in der Kirchheimer Fußgängerzone damit umgehen und was ihre Alternativen zum obligatorischen Freibadbesuch sind, zeigt sich in einer Umfrage.

JANOSCH SCHENK

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KIRCHHEIM Es regnete fast den ganzen August. Grund genug für eine Umfrage in der Kirchheimer Fußgängerzone, die verschiedene Antworten ergab: Hans-Joachim Baier nimmt die ganze Diskussion um das Wetter völlig gelassen: "Wie das Wetter ist, so ist es eben. Wir leben nunmal in Mitteleuropa und nicht in Spanien oder Italien", deshalb müsse man in Deutschland auch mal Abstriche bei den TempeO:29080693.JP_raturen in Kauf nehmen. Er ärgert sich über die ewige Nörgelei: "Wenn es heiß ist soll es regnen, wenn es regnet soll die Sonne scheinen". Er ist froh darüber, dass man auf die Witterung keinen Einfluss hat, "sonst würde da jeder sofort daran rumpfuschen". Ihm tun vor allem die Schüler leid, die jetzt so verregnete Sommerferien haben, und er selbst wäre auch gerne ein bisschen mehr draußen unterwegs. Aber alles in allem findet er das Wetter "total okay".

"Wunderbar, besser kann es nicht sein", antwortet Michael O:29080690.JP_Ziegler, mit einer gehörigen Portion Ironie auf die Frage, wie er denn das Wetter zurzeit findet. Er klagt darüber, dass sich wegen des vielen Regens im August alle beruflichen Termine nach hinten verschieben, dadurch habe er seinen Urlaub verkürzen müssen. Denn irgendwann müssen die Aufträge erledigt werden. "Augen zu und durch" ist seine Devise für den Rest des Sommers.

"Im Fernsehn hen se gsait, des isch der lidrigschde August seit 45 Johr", berichtet Karl Rägle. "Der Juli war traumhaft, der August daO:29080694.JP_für katastrophal". Aber auch er kümmert sich nicht so sehr um das schlechte Wetter. Er findet es zwar schade, dass Freibadbesuche und Gartenarbeit nicht möglich sind, aber das wird eben verschoben. Statt dessen geht er öfter mal in die Stadt und schaut, was es Neues in Kirchheim zu entdecken gibt. Große Pläne hatte er für den August sowieso nicht, da er als Rentner immer erst nach den Schulferien verreist.

"Bescheiden" ist der Sommer laut Hanan Nasri-Ben Alaya. Sie hat sich extra Urlaub genommen, um mit ihO:29080691.JP_ren zwei sechs und acht Jahre alten Jungs öfter mal ins Freibad zu gehen oder zu grillen. Nun muss ein Alternativprogramm gefunden werden, denn "die ganze Zeit zu Hause hocken, machen die Kinder schon im Winter". Die Hoffnung auf besseres Wetter bleibt bestehen. Außerdem ist "die Dusche für die Jungs draußen umsonst."

Der zehnjährige "Pino" Calascibetta

ärgert sich über das "miserable Augustwetter". Nach dem heißen Juli hatte er sich auf einen schönen August gefreut. Die ersten Wochen verbrachte er mit dem KreisjuO:29080692.JP_gendring in Obersteinbach auf deren Freizeit. Eigentlich wollte er in den Ferien öfter ins Freibad. Jetzt trifft er sich wegen des vielen Regens eben mit Freunden, fährt Fahrrad, spielt Fußball oder sitzt am Computer. Müde sei er nur vom vielen unfreiwilligen Faulenzen im Haus.Fotos: Jean-Luc Jacques