Lokales

Wirt gab Anschlag in Auftrag

Der Anschlag auf die Bar Arena in der Mittleren Beutau in Esslingen ist aufgeklärt. Die Esslinger Polizei hat drei tatverdächtige Griechen festgenommen, darunter ist der 34 Jahre alte Wirt. Um die Versicherungsprämie zu kassieren, soll er zwei 33 und 34 Jahre alte Landsleute dazu angestiftet haben, am Montag vergangener Woche Brandsätze in sein Lokal zu werfen.

PETRA PAULI

Anzeige

ESSLINGEN Bei dem Brand entstand Sachschaden in Höhe von 250 000 Euro; nur durch glückliche Umstände kamen Menschen nicht zu Schaden. Dass der spektakuläre Anschlag so rasch aufgeklärt werden konnte, ist Polizeisprecher Fritz Mehl zufolge "den intensiven Vernehmungen im Umfeld des Wirtes und Spuren am Tatort" zu verdanken.

Nur wenige Stunden nach dem durch eine Explosion ausgelösten Feuer am Montag vergangener Woche, wurde bei der Polizeidirektion Esslingen die 15-köpfige Ermittlungsgruppe "Beutau" eingerichtet. Sie hat fieberhaft nach den Brandstiftern gesucht, zuletzt wurden die Phantombilder der zwei Männer veröffentlicht, die Zeugen vom Tatort haben wegrennen sehen. Die Erkenntnisse der Ermittler hatten sich schließlich so konkretisiert, dass ein 33-Jähriger festgenommen werden konnte.

Den Griechen, der sich nur zeitweise in Deutschland aufhält und hier nicht gemeldet ist, hält die Polizei für den Drahtzieher. Als weitere Tatverdächtige wurden der in Esslingen wohnende, 34 Jahre alte Wirt und ein gleichaltriger Landsmann festgenommen. Alle drei Männer sitzen in Untersuchungshaft, ihnen droht eine Anklage wegen schwerer Brandstiftung und versuchten Mordes.

Der Gastronom soll nach Erkenntnissen der Polizei die beiden Männer, die zu seinem engen Bekanntenkreis zählen, beauftragt haben, sein Lokal in Brand zu stecken. Offenbar wollte der verschuldete Wirt anschließend die Prämie der Versicherung kassieren. Welchen Lohn der 34-Jährige, der die Cocktailbar Arena zusammen mit seiner Ehefrau betrieben hat, seinen Gehilfen in Aussicht gestellt hat, ist noch unklar. Die Tatverdächtigen hatten bis gestern kein Geständnis abgelegt. "Aus polizeilicher Sicht sind die Hinweise aber erdrückend. Es gab am Tatort jede Menge Spuren", so Polizeisprecher Mehl. Details darüber, wie die Kriminalpolizei die Verdächtigen überführen und in Esslingen festnehmen konnte, wollte er freilich nicht preisgeben.

Wie bereits berichtet, waren am Tatort auch zwei Benzinkanister gefunden worden. Der Wirt und der 33-jährige Hauptverdächtige waren für die Polizei bislang unbeschriebene Blätter. Mehrfach war in der Vergangenheit dagegen der in Esslingen lebende 34-Jährige aufgefallen, unter anderem wegen Betrugs, Körperverletzung und Urkundenfälschung. Dass bei dem Anschlag, der um kurz nach 8 Uhr morgens verübt worden war, zwar Sachschaden in Höhe von 250 000 Euro entstand, aber keine Menschen verletzt wurden, ist nur glücklichen Umständen zuzuschreiben. Ein Mann, der über der Bar wohnt, hatte Rauch bemerkt und konnte die übrigen Bewohner des Mehrfamilienhauses in der Mittleren Beutau rechtzeitig warnen. Allein dem Zufall ist es auch zu verdanken, dass zu dem Zeitpunkt, als die Druckwelle die Schaufensterscheiben des Lokals auf die Straße schleuderte, Passanten und Autofahrer weit genug entfernt waren.