Lokales

Wissen aus Wernau steckt auch im Maybach

Tüftler und Erfinder sind das Kapital Baden-Württembergs. Schon der frühere Wirtschaftsminister Rudolf Eberle hat das erkannt. Seit 1985 vergibt das Land einen nach ihm benannten Innovationspreis an kleine und mittlere Unternehmen. Unter 73 Bewerbern war eine Wernauer Firma.

WERNAU Die 2E mechatronik GmbH + Co. KG erhielt als Anerkennung eine Urkunde, die der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister übergab.

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Am Anfang stand die Idee, aus der ein Prototyp entstand. Das war 1998. Dann investierte die Firma 2E mechatronic unzählige Stunden Planung und Entwicklung unter der Leitung des Geschäftsführers Uwe Remer.

Zusammen mit seinem Prokuristen und Leiter der Forschung und Entwicklung, Andreas Pojtinger, starteten die Wernauer im Jahr 2000 ein Projekt, das sie heute in Serienproduktion herstellen: Der Produzent von Steckverbindern hat ein Verfahren entwickelt, mit dem die Produktion von speziellen heiß geprägten MID-Baugruppen serienfähig wurde.

Durch Integration der elektrischen Schaltung und zusätzlicher Funktionen wie Steckverbinder oder Gehäusefunktionen kann das Produkt effizienter und kostengünstiger hergestellt werden. Das Verfahren hat den Vorteil, dass eine Galvanisierung der Komponenten entfällt und dadurch die Produktion in einem Betrieb möglich ist. "Heute kommt das Produkt bereits in der Vorsitzverstellung des Maybach und der S-Klasse zum Einsatz", sagte Geschäftsführer Uwe Remer.

Seit drei Monaten fertigt 2E mechatronic inzwischen die Teile in Serie als erster Hersteller weltweit. "Das A und O bei der Entwicklung neuer Technologie sind Kooperationen mit guten Partnern", erklärt Andreas Pojtinger. In diesem Fall klappte die Zusammenarbeit mit Professor Heinz Kück von der Universität Stuttgart, Fachbereich Maschinenbau.

InnovationskulturFür Wirtschaftsminister Ernst Pfister ist die Innovationskultur das, was Baden-Württemberg ausmacht. "Sie ist der Schlüssel und die Voraussetzung zum Erfolg, von Wohlstand und Beschäftigung," sagte der Minister bei der Preisverleihung Das Land besteche dabei mit dem starken Mittelstand, der Exportorientierung und der guten Bildung. "Forschung und Entwicklung sind die Herzstücke innovativer Unternehmen. Die Wirtschaft kann zwar einfache Produktionen ins Ausland verlegen, nicht aber komplexe Technologien", betonte Pfister. Für ihn ist der Forschungsstandort Deutschland nicht gefährdet. Aber Baden-Württemberg dürfe sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen.

Der Mittelstand sei die Triebfeder der hiesigen Wirtschaft. Der baden-württembergische Innovationspreis wird deshalb nur an kleine und mittlere Unternehmen für deren beispielhafte Leistungen verliehen. Sieben Unternehmen erhielten einen Preis und weitere zehn Firmen eine Urkunde.

ez