Lokales

"Wissen der Weltreligionen"

Dem "Wissen der Weltreligionen" will sich das Kirchheimer Institut Koine mit seinen Kursen an der Familien-Bildungsstätte Kirchheim mehr als bisher zuwenden. Dazu wollen die Verantwortlichen ein spezielles Programm mit Grund- und Aufbaukursen anbieten.

KIRCHHEIM Die Religionswissenschaft soll in den Kursen neben dem bereits zu einer richtigen Institution gewordenen kulturwissenschaftlichen Studium "Hermes und Hermine" künftig einen eigenen Schwerpunkt bilden. Im Oktober wird es losgehen. "Die Idee, der Religionswissenschaft bei unseren Kursen ein besonderes Gewicht zu verleihen, ist sozusagen ein Geburtstagsgeschenk an uns selbst", sagt Dr. Hans-Volkmar Findeisen. Der gelernte Theologe, Religionswissenschaftler und Wissenschaftsjournalist hat im Jahr 2000 zusammen mit seiner Frau das Institut Koine ins Leben gerufen. Mittlerweile gibt es Ableger in verschiedenen Städten, und im November feiert Koine sein fünfjähriges Bestehen.

Anzeige

Für das Geschenk scheint das Interesse größer denn je. Es kommt nicht aus heiterem Himmel, sondern reagiert auf zahlreiche Nachfragen von Studenten und Interessierten. Religion schien lange Zeit kein Thema mehr zu sein. Ob man die Anschläge islamischer Fundamentalisten nehme oder den aktuellen Rummel um den Besuch des neues Papstes, immer zeige sich, "wie stark sich das Religiöse politisiert und in die Öffentlichkeit drängt", so die Initiatoren.

Reine Herzenssache sei Religion nie gewesen, sondern ein "faszinierendes Lesebuch", an dem sich der Zustand und die Denkweise einer Zeit, einer Gesellschaft und einer Kultur ablesen lasse, verspricht der Leiter des Projekts. Ob es um die Frage des freien Willens, das Leben nach dem Tode, das Klonen von Menschen oder Möglichkeit eines Glaubens ohne Gott geht, die Religionen der Welt hielten dafür ein riesiges Arsenal an Antworten bereit. "Aber man versteht sie nur, wenn man die historischen Hintergründe, Querbeziehungen und Kontexte kennt", so der Initiator.

Die Sicht der FBS erläutert deren stellvertretende Leiterin, Andrea Bürker, Man habe sich kurzfristig dazu entschlossen, der Idee im Programm einen eigenen Platz zu schaffen, weil da "plötzlich auch eine neue Zielgruppe auf uns zukommt, die nach einem anderen Weg der Auseinandersetzung mit Religion sucht".

In der Vergangenheit waren es vor allem christliche Theologen oder Vertreter des esoterischen Spektrums, die auf diesem Feld tätig waren. Jetzt würden sich die Bildungsträger darauf einstellen, dass auch ein anderer Zugang gefragt ist. "Bei dem Ehepaar Findeisen und ihren Dozenten", ergänzt sie, "fühlen wir uns in sicheren "Händen". Die fünf Jahre Zusammenarbeit seien auch für die Familien-Bildungsstätte Kirchheim ein großer Erfolg gewesen, und die Teilnehmer hätten den unabhängigen und hintergründigen Blick, den ihre Bildungsidee vermittelt, oft wie "einen Ausbruch" aus gewohnten Denkschablonen erlebt.

Der Einführungskurs ist auf acht Vormittage angelegt. Er beginnt am Montag, 10. Oktober. Eine Anmeldung ist bei der Familien-Bildungsstätte, Telefonnummer 0 70 21/92 00 10, E-Mail: info@fbs-kirchheim.de, oder persönlich möglich.

fbs