Lokales

"Wissen vermitteln, Entwicklung fördern, Armut überwinden"

Einige Unternehmen aus der Region stellen derzeit wieder Stoffe und Garne für die Schneiderinnenausbildung in Ecuador zur Verfügung. Auf diese Weise beteiligen sie sich an der von "Hilfe für Guasmo" initiierten Hilfe zur Selbsthilfe, die der von Armut und Krisen geschüttelte Andenstaat dringend benötigt.

KIRCHHEIM In Kürze wird wieder ein Container mit Hilfsgütern den Hamburger Hafen in Richtung Ecuador verlassen. Neben Krankenhausbetten, organisiert von einer Hilfsgruppe in Hamburg, gibt es im Innern des Containers einige Kubikmeter Raum, die dem Kirchheimer Verein "Hilfe für Guasmo" kostenlos zur Verfügung stehen, und die dieser mit von heimischen Unternehmen gespendeten Stoffen und Nähmaterial füllen wird. Zum zweiten Mal innerhalb von 15 Monaten besteht die Möglichkeit, die von "Hilfe für Guasmo" eingerichteten und geführten Ausbildungsstätten in Ecuador mit dem unentbehrlichen Arbeitsmaterial zu versorgen.

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Die Schneiderinnenausbildung ist nur realisierbar, wenn den Lernenden die praktische Arbeit mit Stoff und Garn ermöglicht wird; müsste das Material gekauft werden, wäre die Ausbildung erschwert oder gar unmöglich.

Die gespendeten Stoffe müssen verpackt und versandt werden den Transport nach Hamburg übernimmt auch diesmal wieder eine der Spenderfirmen; die Zollformalitäten sind zu erledigen, und vor Ort in Ecuador sind die Stoffe sinnvoll an die Ausbildungsstätten in Guayaquil, Puerto Napo und Ballenita so zu verteilen, dass das praktische Lernen unter bestmöglicher Nutzung der Stoffvorräte über einen längeren Zeitraum gesichert ist.

Die ausschließlich ehrenamtliche Arbeit des Vereins "Hilfe für Guasmo" in Kindergarten, Schulen, Internat und Berufsausbildung für ecuadorianische Kinder und Jugendliche vollzieht sich vor dem Hintergrund unvorstellbarer Armut, unzureichender medizinischer Versorgung wie auch vor dem Hintergrund von Korruption, Drogenmissbrauch, Jugendverwahrlosung und Machtgier. Es gibt keine soziale Absicherung, auch nicht auf niedrigstem Niveau.

Der Staat Ecuador an der Westküste Südamerikas erstreckt sich von der Küste des Pazifiks über die Bergketten der Anden, die Sierra, bis zu den Niederungen des tropischen Regenwaldes im Amazonasgebiet. Manche Verkehrsverbindungen im Land sind, je nach Entfernung von den großen Städten, mehr als unzulänglich.

Derzeit hat der völlig verarmte und immer wieder von Krisen heimgesuchte Andenstaat erneut eine Regierungskrise zu verkraften; zum dritten Mal seit 1997 wurde ein Präsident seines Amtes enthoben; das Volk in der Hauptstadt Quito geht auf die Straße, es kommt zu Plünderungen. Die Menschen sind, wie immer wenn sich rivalisierende politische Blöcke gegenüberstehen, keineswegs die lachenden Dritten, sondern die Leid tragenden. Der freie Fall der sozial Schwachen in noch tieferes Elend ist vorprogrammiert. Verzweifelte ältere Menschen protestieren mit Hungerstreik, den manche von ihnen mit dem Leben bezahlten. Sie hatten jahrelang in eine staatliche Versicherung eingezahlt, aber nun keinen Cent herausbekommen.

Der Verein "Hilfe für Guasmo" kann durch seine Arbeit in Ecuador nicht die Zustände im ganzen Land verbessern, aber er schafft effizient Strukturen und Einrichtungen, in denen vor allem Kindern und Jugendlichen Perspektiven für einen erträglichen Lebensstandard eröffnet werden. So ist das Motto des Vereins zu verstehen: "Wissen vermitteln, Entwicklung fördern, Armut überwinden". Die Hilfe durch die aktuellen Stoffspenden ist einer der Bausteine auf dem Weg zu diesen Zielen.

Weitere Informationen über "Hilfe für Guasmo" erteilen Ursula Hauser, Laubersberg 48 in Kirchheim, Telefon 0 70 21/4 43 09, und Arnold E. Piesiur, Telefon 0 70 21/7 17 97. Im Internet ist der Verein unter www.hilfe-fuer-guasmo.de zu finden. Ein Spendenkonto ist eingerichtet bei der Landesbank Baden-Württemberg in Kirchheim mit der Kontonummer 864 864 6, Bankleitzahl 600 501 01.

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