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"Wissen wichtig für wirtschaftlichen Erfolg"

"Nur wenn die Qualifikation der Erwerbstätigen ständig steigt, bleibt unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig und damit unser Lebensstandard erhalten", sagte Wirtschaftsminister Ernst Pfister anlässlich des 50-jährigen Bestehens des in Nellingen ansässigen Bildungsträgers der Technischen Akademie Esslingen. Daran arbeite die TAE mit großem Erfolg.

HARALD FLÖSSER

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OSTFILDERN Mit über 300 Gästen aus fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens feierte die TAE ihr 50-jähriges Bestehen. Vorstandsvorsitzender Helmut Hengstenberg erinnerte an den Mann der ersten Stunde: Professor Otto Kögler. Bereits in den 50er-Jahren erkannte er, wie wichtig es ist, dass sich Ingenieure und Techniker auch nach dem Studium stetig weiterbilden. Keimzelle für die TAE, die 1955 als Zweiginstitut der Technischen Akademie Wuppertal gegründet wurde, waren der "Radio-Club Esslingen" und der spätere "Verein technischer Fortschritt".

Der Anfang war beschwerlich. Weil die TAE keine eigenen Räume hatte, fanden die Veranstaltungen zunächst in Nebenzimmern von Gastwirtschaften statt. Heute sei die TAE "einer der renommiertesten Anbieter hochwertiger beruflicher Weiterbildung im Land", sagte der Wirtschaftsminister und bescheinigte der TAE in seinem Festvortrag einen "bundesweit hervorragenden Ruf". Die Technische Akademie führt pro Jahr mehr als 1000 Veranstaltungen durch, entwickelt Konzepte zur Weiterbildung und berät Unternehmen zum Thema Mitarbeiterqualifizierung. Dank hoher Flexibilität habe sich die TAE eine gute Position auf dem Weiterbildungsmarkt erarbeitet, so der Minister. Gefragt seien heute passgenaue Qualifizierungsmaßnahmen. Mehr denn je müssten die Angebote auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sein.

Das wird eine der Hauptaufgaben der neuen TAE-Leiterin Professor Birgit Baum sein. Die Rheinländerin hat erst vor wenigen Tagen die Amtsgeschäfte von Interimschef Klaus Seizer übernommen. In einem lockeren Dialog mit Seizer erläuterte Baum ihre Ziele. Sie wolle das Ohr künftig noch näher am Markt haben, sagte die neue Leiterin und kündigte neue Themenfelder, neue Lernformen und mehr so genannte Inhouse-Veranstaltungen an. Künftig müsse auch der Lernwillige mehr Eigeninitiative entwickeln, sagte die Professorin. Das bedeute, Urlaub zu nehmen für die Weiterbildung und sich auch an den Kosten zu beteiligen. Horst Wildemann, Professor an der TU München, nannte die Bildung einen entscheidenden Faktor für die Zukunft des Wachstums. "Wissen erzeugt Markterfolg, wenn es innovationsgetrieben und prozessorientiert eingesetzt wird", sagte Wildemann. Diese Tatsache sei ein Erfolgsmuster für Firmen, um Wachstum wieder in Gang zu bringen.

Nach so vielen ernsten Themen machte es den Zuhörern sichtlich und hörbar Spaß, sich vom Harlekin Theater Tübingen mit einer witzigen Improvisationsshow unterhalten zu lassen.

pm