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WLZ-Niederlassung schließt zum 15. Dezember

Bis Mitte Dezember ist bei der WLZ in Wendlingen Schluss. Die Niederlassung der BayWa in der Heinrich-Otto-Straße ist nicht mehr rentabel. Seit mindestens vier Jahren schreibt der Standort rote Zahlen. Getreideanlieferer müssen künftig auf die Niederlassung in Plochingen ausweichen. Für Mostobstkunden will die BayWa Ersatz in der näheren Umgebung schaffen.

GABY KIEDAISCH

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WENDLINGEN Die Wendlinger WLZ gehört innerhalb des BayWa-Konzerns zur Sparte Agrar. Während die Bereiche Getreide und Mostobst das Hauptgeschäft der Niederlassung ausmachen, spielt der Verkauf im kleinen Markt mit unter 70 Quadratmetern Verkaufsfläche eine untergeordnete Rolle. Stark frequentiert wird die WLZ durch Mostobstanlieferungen, bei der Getreideanlieferung wurde hingegen ein Rückgang registriert. "Wegen der guten Mostobsterfassung haben wir auch zunächst gezögert, den Standort aufzugeben", erklärte Eberhard Raff, Geschäftsführer der BayWa Niederlassung Württemberg Süd in Herrenberg.

Das Wendlinger Lagerhaus mit seinen begrenzten Kapazitäten genüge den heutigen Erfordernissen nicht mehr. Zum Vergleich: mit dem Getreidelager der BayWa in Plochingen, das 30 Tonnen Lagerkapazität hat, werden jährlich rund 12 000 Tonnen Getreide erfasst. In Wendlingen gerade mal 1200 Tonnen, also zehn Prozent von dem in Plochingen.

Aufgrund des anhaltenden Strukturwandels in der Landwirtschaft ist eine Besserung allerdings nicht in Sicht. Großbetriebe kaufen ihr Saatgut nicht in Säcken ein, sondern lassen es direkt auf den landwirtschaftlichen Hof liefern. Lagerhäuser wie in Wendlingen erfüllen solche Ansprüche nicht. "Seit mindestens vier Jahren schließt der Wendlinger Standort mit einem negativen Ergebnis ab", so der Spartengeschäftsführer.

Wer von den Landwirten also bisher sein Getreide in Wendlingen abgeliefert hat, muss künftig zur BayWa nach Plochingen. Saatgut erhalten Kunden nach wie vor beim BayWa-Agrar-Standort in Nürtingen.

Wegen des Mostobstes steht die BayWa gerade mit einem Bauern in nächster Umgebung in Verhandlung. Bei ihm sollen die Kunden die Möglichkeit erhalten, ihr Obst zum Mosten ab 2006 abgeben zu können. "Wir hoffen, im Interesse unserer Kundschaft zu einem guten Ergebnis zu kommen", sagt Eberhard Raff. Allerdings betrifft dies lediglich die Obstablieferung, nicht jedoch die Saftabholung. Zwar sollen die Kunden ihr Obst nach wie vor im Tausch für Saft gutgeschrieben bekommen. Doch den Saft abholen soll man künftig lediglich in den BayWa-Standorten in Nürtingen und Kirchheim. "Wegen der Öffnungszeiten kann das nicht anders geregelt werden."

Nachdem bis Mitte Dezember Schluss ist, sollen die WLZ-Gebäude in der Heinrich-Otto-Straße ab Januar abgerissen werden. Der Mietvertrag mit der Deutschen Bahn AG, deren Gelände die BayWa gepachtet hatte, ist bereits gekündigt. Das Gelände soll wieder vermarktet werden. Dass die drei Mitarbeiter (2,5 Stellen), die von der Schließung betroffen sind, in anderen Niederlassungen untergebracht werden können, darum bemüht sich die BayWa gegenwärtig.

Mitte 2003 hat der BayWa-Konzern mit der WLZ Raiffeisen AG, Stuttgart, fusioniert. Das Unternehmen mit Sitz in München hat 2 400 Vertriebsstandorte in acht europäischen Ländern. Mit einem Jahresumsatz von 6,109 Milliarden Euro (2004) und knapp 16 000 Mitarbeitern erfreut sich BayWa seit Jahren an steigenden Umsätzen. Als einer der ersten WLZ-Märkte wurde der in Köngen im Frühjahr vor zwei Jahren geschlossen. Nach den jetzigen Verlautbarungen stehen die WLZ-Standorte in Nürtingen und Kirchheim nicht zur Disposition.