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Wo bleiben Moralund Vorbildfunktion? Zum ...

Wo bleiben Moralund Vorbildfunktion?

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Zum Artikel "Pensionsbezüge Ex-Minister wehren sich" im Teckboten vom 11. Januar:

Mit welchem Recht bekommt ein Minister, der nach 5 beziehungsweise 8 Jahren Amtszeit ausscheidet, der zudem einen neuen Job als Unternehmensberater ausübt, ein Ruhegeld von 4 300 Euro, dessen Höhe ein Normalsterblicher in einem Arbeitsleben nie erreichen kann und bei dem es schlicht so etwas gar nicht geben würde? Wie soll man einem Arbeitslosen, der 40 Jahre gearbeitet hat, hohe Beiträge in die Renten- und Arbeitslosenkasse einbezahlt hat und unverschuldet arbeitslos wurde, erklären, dass er vom Staat nichts beziehungsweise nur bedingt etwas zu erwarten hat und er zudem für seine Rente, die alles andere als sicher und üppig ist, selbst mit zu sorgen hat?

Ist es denn nicht an der Zeit, uns nicht länger für dumm zu verkaufen, indem man uns verordnet, den Gürtel enger zu schnallen, und keinen Tag vergehen zu lassen, an dem uns nicht erzählt wird, dass kein Geld mehr vorhanden ist? Wo ist das viele Geld, das wir hier erwirtschaften und mit unseren Steuern und Abgaben abdrücken? Es ist genug Geld vorhanden, allein die gerechte Belastung und Verteilung ist das Problem. Warum sonst könnte sich eine gewisse Klientel nach Selbstbedienungsmanier wohlgemerkt rechtlich ein-wandfrei, denn die Gesetze wurden ja mit deutscher Gründlichkeit von den politisch Verantwortlichen in seltener Einstimmigkeit gemacht solche Wohltaten genehmigen. Rechtlich einwandfrei ist eine Sache, wo aber bleibt die Moral und die Vorbildfunktion und die Glaubwürdigkeit?

Verrechnen Sie sich da mal nicht, das Langzeitgedächtnis der Bürgerinnen und Bürger ist besser als Sie glauben und alle Mandatsträger wollen wieder gewählt werden. Jammern Sie nicht über die zunehmende Zahl der Nichtwähler. Dazu haben Sie mit Ihrem Verhalten einen nicht zu unterschätzenden Beitrag geleistet. Die einzige Möglichkeit, Politiker abzustrafen, ist, sie nicht mehr zu wählen oder ganz zu resig-nieren und der Wahl fern zu bleiben wohlwissend, dass das Wahlrecht ein demokratisches Instrumentarium ist, das kostbar ist, und instabile politische Machtverhältnisse kein Mittel sind, Krisen zu lösen.

Ute Schröder

Lenningen, Bissinger Straße

Noch langekeine Pensionäre

Da bauen zwei Minister Mist und werden dafür mit je zirka 4 500 Euro Pension belohnt. Das ist ein Schlag ins Gesicht von Millionen Arbeitnehmern, die anständig ihre Arbeit tun und vor Erreichen des Rentenalters in der Regel keinen Anspruch auf Altersbezüge haben. Wenn die Herren Döring und Palmer noch einen Funken Anstand im Leib haben, dann nehmen sie Pensionszahlungen erst an, wenn sie das entsprechende Alter erreicht haben. Mit 42 und 50 Jahren und bester Gesundheit ist man noch kein Pensionär.

Wolfgang Trautvetter

Notzingen, Meisenweg

Verzinst wirdnur ein Anteil

Zum Beitrag im Wirtschaftsteil über die garantierte Verzinsung bei Lebensversicherungen

Zur garantierten Verzinsung von Lebensversicherungen kann ich anhand meiner Lebensversicherung folgendes feststellen: Ende 1995 habe ich eine Lebensversicherung mit einer geplanten Ablaufleistung von damals 350 000 Mark abgeschlossen. Die garantierte Verzinsung lag damals bei fast 5 Prozent (Angabe des Versicherungsgebers). Vor drei Jahren bekam ich eine schriftliche Mitteilung, dass die geplante Ablaufleistung von zirka 179 000 Euro wegen starken Zinssenkungen auf momentan 119 000 Euro gesunken ist. Das bedeutet bei gleichen Beiträgen eine Versorgungslücke von 60 000 Euro. Bei genauerem Nachrechnen kam ich somit auf eine Verzinsung von etwa 1,95 Prozent bei einer Laufzeit von 30 Jahren. Die Versicherungsgeber beantworteten dies mit folgendem Grund: Verzinst wird selbstverständlich nicht der komplette Beitrag, den man monatlich einbezahlt, sondern nur ein entsprechender Anteil. Diesen Anteil konnte mir leider bis heute kein Mensch nennen. Ich kann nur jedem raten, über den Abschluss einer Lebensversicherung gründlich und lange nachzudenken. Für mich war dies die letzte Lebensversicherung, das steht fest.

Joachim Sinner

Lenningen, Gerokstraße

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