Lokales

Wo ist dasGeld geblieben? Zum Artikel ...

Wo ist dasGeld geblieben?

Anzeige

Zum Artikel ",Lex Kinder' statt ,Lex Lindorf' gefordert", im Teckboten vom 21. März:Die im Kindergartenentwicklungsplan vorgesehene Vormittagsgruppe in Lindorf wurde leider nicht eröffnet, das im Haushalt dafür eingestellte Geld aber auch nicht gespart. Beide Gruppen wurden auf 30 Kinder aufgestockt zum 1. März 2006, doch das Geld für eine 400-Euro-Kraft fehlt, wie Frau Matt-Heidecker erklärte. Wo ist das Geld geblieben?

Der Gemeinderat erfuhr erst in der Sitzung am 15. März, dass die Aushilfe, die seit 1. März an zwei Nachmittagen im Kiga hätte arbeiten sollen, bis dato nie aufgetaucht ist. Wo ist die Aushilfe geblieben?

Am Tag der Gemeinderatssitzung stellte sich eine weitere zukünftige Mitarbeiterin im Kiga vor: eine 19-jährige, ungelernte 1-Euro-Jobberin, die erst seit zwei Jahren in Deutschland ist, somit entsprechend schlecht deutsch spricht und versteht. Sie ist so verschüchtert, dass sie von einer Betreuerin begleitet werden muss. Gruppenarbeit? Qualität? Bildungsauftrag? Messen und Spritzen eines Diabetikerkindes? Die guten Absichten der Mitarbeiterin in Ehren, aber die Erzieherin empfand das als Belastung, nicht als Hilfe. Nun wurde der Kiga durch eine Verfügung des Amtes für Bildung, Kultur und Sport gezwungen, die Mitarbeiterin anzunehmen. Und zwar für beide Gruppen im täglichen Wechsel.

Niemand fordert "Lex Lindorf", sondern lediglich eine Erzieherin für den Kindergarten. Dafür bezahle ich Gebühren. Wie weit reicht ihre Verpflichtung zur Gleichbehandlung? Wird die nächste freie Stelle im Amt für Bildung, Kultur und Sport dann auch mit einen ungelernten 1-Euro-Jobber besetzt? Stellt sich die Frage, was von diesem Amt wohl als nächstes "verfügt" wird. Kindergartengruppen mit 35 oder 40 Kindern? Natürlich mit Zustimmung des Landeswohlfahrtsverbandes. Werden unsere Kinder dann nur noch von ungelernten 1-Euro-Jobbern verwahrt, die von einer Erzieherin angeleitet werden?

Alltag im Kiga Lindorf: Eine Erzieherin ist mit 30 Kindern allein. Der Auszubildende ist in der Schule, die 1-Euro-Kraft ist einfach nicht erschienen, eine Springkraft nicht verfügbar. Toll! Viel Spaß mit den Bildungsstandard im Kindergarten.

Christine Zauner

Kirchheim-Lindorf, Haldenweg