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"Wo Jung und Alt sich trifft und jeder jeden kennt"

"Schlierbach, du bist ein stilles Örtchen" heißt das Lied, mit dem die Gemeinde einen der fünf Preise beim SWR4-Wettbewerb "Es funkt...." gewann. Doch am Montag war in der neuen Sporthalle "Bergreute" eher die Hölle los, als die Beschaulichkeit eines "stillen Örtchens."

JOACHIM KRUG

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SCHLIERBACH Das Schlierbachlied, getextet von Udo Mayerle, war der Grund für den ersten Preis beim "Es funkt..."-Wettbewerb von SWR4. Weit über 600 Schlierbacher waren in die neue Halle geströmt, um das vom Stuttgarter Sender inszenierte und vom Verband und Forum Region Stuttgart gesponserte Spektakel mitzuerleben.

Schlierbachs Vereine nahmen die Gelegenheit war, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Unterstützt wurden sie dabei von der SWR4-Band einschließlich Sängerin und Moderator Knut Bauer, die die Gäste immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinrissen. Die Jugend- und die Erwachsenenkapelle des Musikvereins Harmonie setzten den Anfang und Schlusspunkt der Veranstaltung. Besonders das große Tenorhorn einer Jungmusikerin hatte es dem smarten Moderator angetan. Claus Braun und Walter Grois taten im Interview ein Übriges, um ihre Musiker ins rechte Licht zurücken.

Einige Probleme mit der Schlierbacher Geschichte hatte der Vorsitzende des Regionalparlaments, Dr. Jürgen Fritz aus Uhingen, der bei den schwierigen Fragen von Viertklässlern erkennen musste, dass die neue Ortschronik, in der auch über ein mit Gold gefülltes Simri berichtet wird, vorübergehend die richtige Lektüre wäre. Ein Grundschüler erzählte von dem zweckentfremdeten Getreidemaß.

Sichtlich stolz zeigte sich Bürgermeister Paul Schmid über die gute Resonanz, die die Veranstaltung in Schlierbach erzeugt hat. Im Gespräch mit Knut Bauer machte er gleich Werbung für die neue Ortschronik, die am heutigen Donnerstag vorgestellt wird.

Zwei Hunde der Rettungshunde-staffel Schlierbach zeigten zusammen mit Christa und Peter Göttert, was sie im Training und bei zahlreichen Einsätzen gelernt haben. Eine besondere Herausforderung ist dabei für die treuen und gelehrigen Vierbeiner das Treppensteigen und Runtergehen. Optischer Höhepunkt war zweifelsohne der "Mama-Mia"-Auftritt der Albvereinsjugend. Tänzerische und akrobatische Präzision wurden dabei groß geschrieben. Für den Vereinsvorsitzenden Gerhard Ermert und Trainerin Beate Haller ist diese Art der Jugendarbeit zugleich ein Beitrag, neue und junge Mitglieder für den Wanderverein zu werben.

Das Schlierbachlied, getextet von Udo Mayerle (nach der Melodie "Wann wird's mal wieder richtig Sommer"), stand am Beginn des zweiten Programmteils. Der Refrain, der am Schluss von den Besuchern mitgesungen wurde, beschreibt den Ort am Schlierbach als eine Idylle: "Schlierbach, du bist ein stilles Örtchen, ein Örtchen, nicht so wie ihr grade denkt, sondern mit Sonnenschein und mancher netten Ecke, wo Jung und Alt sich trifft und jeder einfach jeden kennt."

Knut Bauer schlug vor, das Lied ins Repertoire des Gesangvereins Eintracht aufzunehmen, der anschließend in zwei Formationen auf die Bühne kam. Mit dem großen Chor leitete Dirigentin Christa Kessler zwei Lieder, das "Chörle" unter Evi Hilts Leitung übernahm den muntereren Part. "Kommet zum Gesangverein!" war die Aufforderung von Adolf Stutz im Gespräch mit dem Moderator des Senders.

Strenge Choreografie war bei den zwei Tänzen aus dem 19. Jahrhundert, die der Trachtenverein präsentierte, angesagt. In Originalkostümen waren die Tänzerinnen und Tänzer farbige Tupfer auf der großen Hallenbühne. Mit knappen Gesten von Dirigent Andre Stoll, damit aber mit viel Schwung, verabschiedete der Musikverein die Gäste des Abends.

INFORMATIONHöhepunkte des Abends werden am Montag, 29. November, 17 Uhr, in einer einstündigen Sendung auf SWR4 im Rundfunk gesendet.