Lokales

Wo Natur und weites Land auf "High Tech" treffen

Bei Schweden denken viele an Elche, Pippi Langstrumpf und rote Holzhäuser. Dass das Land aber auch ein hohes Industriepotenzial hat und die größte Handy- und Computerdichte der Welt, erfuhren Schüler der Kirchheimer Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule bei einem Besuch ihrer Partnerschule im mittelschwedischen Sandviken.

KIRCHHEIM/SANDVIKEN Bereits seit einem Jahr führen die Schüler unter Federführung von Rose Klett-Doering ein Videokonferenzprojekt mit ihrer Partnerschule in Sandviken durch. Jetzt stattete eine Gruppe von Zwölftklässlern zusammen mit ihren Begleitlehrern Rose Klett-Döring und Gerhard Schimming dem "Hammargymnasiet" einen Besuch ab. Die Verständigung erfolgte wie bei den Konferenzen in Englisch. Zu den Gastgebern war schnell ein guter Draht aufgebaut, sodass die schwedischen Schüler Ende April zum Austausch nach Kirchheim kommen werden.

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In Stockholm machte die deutsche Gruppe eine kleinen Rundgang durch die schwedische Hauptstadt mit königlichem Palast, Reichstag, Königsgartenallee und Nationalmuseum. Ein Blick auf den in der Dunkelheit von innen erleuchteten Obelisk durfte natürlich auch nicht fehlen. Die Nacht verbrachten die Kirchheimer auf einem großen Segelboot schräg gegenüber des Königspalastes eine ganz besondere Atmosphäre für eine Jugendherberge. Anna Lööf, die das Videokonferenzprojekt auf schwedischer Seite fortsetzen wird, und ihre Kollegin führten die Gruppe in die Altstadt. Dort beeindruckte der Sitz der bekannten schwedischen Akademie der Wissenschaften, die den Nobelpreis vergibt. Der Wachwechsel am Königspalast zur Mittagszeit durfte auch nicht versäumt werden. Danach konnten die Schüler gemütlich durch die Altstadtgassen ziehen, wobei auffiel, dass manche Geschäfte selbst sonntags Öffnungszeiten bis 21 Uhr hatten.

In Sandviken wurden die Schüler sehr freundlich von ihren Gastfamilien aufgenommen. Schnee demonstrierte, dass die Kirchheimer im Norden unterwegs waren. In Högbo Bruk, dem Ursprung der Eisenindustrie in Gästrikland, konnten in einem Freilichtmuseum die Gießereianlagen aus dem 17. Jahrhundert besucht werden, die den Gründungsort des Eisen- und Stahlriesen Sandvik AB darstellen. Noch heute ist der Stahlriese Lebensgrundlage vieler Bewohner von Sandviken, das mit 37 000 Einwohnern größenmäßig mit Kirchheim vergleichbar ist.

Am nächsten Tag wurde die Kirchheimer Gruppe vom Schulleiter begrüßt. Das "Hammargymnasiet" beeindruckte zuerst durch seine räumliche Größe, dann wurde auch schnell deutlich, dass es keine Schule ist, die einem Gymnasium hier zu Lande entspricht.

Am Nachmittag war ein Besuch im Elchpark Kybacka angesagt. Die Schüler konnten hautnah die majestätischen Tiere erleben und ihren weichen Pelz fühlen. Tags darauf ging es zu einer Kaffeerösterei nach Gävle, der größten Stadt von Gästrikland, wo es eine großzügige Kaffeeprobe, eine historischen Einführung in die Kaffeevermarktung und die Lagerung von Rohkaffee gab. Anschließend bummelte die Gruppe durch die Einkaufszentren um den Marktplatz Stortoget, wo es aus deutscher Sicht preisgünstige Textilgeschäfte gab. Ein Besuch beim Stahlriesen Sandvik AB demonstrierte dessen breite Produktpalette, die sich von Ölpipelines über bis zu Kanülen und künstlichen Gelenken erstreckt. Der Name Sandviken zeigt, dass der Ort seit seiner Gründungszeit ganz im Schatten dieses Stahlriesens steht.

In den folgenden Beiträgen vermitteln Schüler und Lehrer Informationen, die sie in Kooperation mit ihren schwedischen Gastgebern zusammentrugen.

gsg