Lokales

Wohin rollt der Umleitungsverkehr?

Ärger ist vorprogrammiert: Notzingen soll nach dem Willen der Verkehrsschau die Lasten alleine tragen

Ein verärgerter Bürgermeister und in der Folge auch ein verstimmter Gemeinderat, ist die Bilanz einer möglicherweise vergessenen Einladung für die Verkehrschau an der Plochinger Steige in Kirchheim.

Iris Häfner

Notzingen. Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass die Plochinger Steige in Kirchheim in diesem Jahr saniert wird. Am 18. März sollen die Bauarbeiten beginnen. Schon im Vorfeld hat Notzingens Bürgermeister Jochen Flogaus in einem Schreiben an das Landratsamt Esslingen darum gebeten, dass ein Teil der Autos auch über Ötlingen umgeleitet wird, damit nicht allein Notzingen die Last des zusätzlichen Verkehrs zu tragen hat.

Ab dem Kreisel beim Freitagshof wird die Straße in Richtung Kirchheim gesperrt werden. Für Jochen Flogaus ist das ein ganz klarer Fall: Autos, einschließlich kleiner Kastenwagen, können ab dem Kreisel wählen, ob sie über Ötlingen oder Notzingen nach Kirchheim fahren wollen. Diese beiden Möglichkeiten müssten auch dementsprechend als Umleitung ausgeschildert sein, so die klare Forderung des Schultes´ und des Gemeinderats. Nun musste Jochen Flogaus jedoch feststellen, dass er keine Einladung für die Verkehrsschau erhalten hat, als eben dieses Thema vor Ort besprochen wurde und war folglich auch nicht mit von der Partie. Stattdessen wurde er darüber informiert, dass der gesamte Umleitungsverkehr über die K 1205 und somit zu hundert Prozent über Notzingen führt.

Über diese Vorgehensweise wollte sich Jochen Flogaus beschweren. Damit begann für ihn ein munterer Telefonreigen. Das Landratsamt schob den Schwarzen Peter an das Regierungspräsidium weiter, das wiede rum mit der gleichen Aussage die Verantwortung ablehnte: „Wir haben nicht eingeladen.“ Diese Formalie blieb an der Stadt Kirchheim als Unterer Verkehrsbehörde hängen, die nun keine Ausrede mehr vorbringen konnte. „Vermutlich vergessen“, bekam Jochen Flogaus als Antwort.

„Die haben gewusst, dass von mir Contra kommt“, hat Jochen Flogaus so seine Zweifel an dieser Aussage. „Jeder schiebt die Vorgehensweise auf den anderen, obwohl alle irgendwie über die Sache Bescheid wussten“, ärgerte sich der Schultes. Das Contra bekommt „Kollege Riemer“, Bürgermeister in Kirchheim und einst in Notzingen wohnhaft, nun in schriftlicher Form nachgereicht. „Es kann nicht sein, dass wir so abgespeist werden und Ötlingen außen vor bleibt“, wetterte Jochen Flogaus. Unmutsäußerungen aus dem Ratsrund bestätigten seine Ansicht

Jochen Flogaus und der Gemeinderat haben zweierlei im Blick. Zum einen sollen die Notzinger Bürger, die ohnehin schon viel Durchgangsverkehr zu ertragen haben, vor weiteren Belastungen geschützt werden. „Warum wird der Verkehr nicht gesplittet und die Last auf mehrere Schultern verteilt?“, fragte der Schultes. Die Antwort liegt für ihn auf der Hand: „Kirchheim profitiert davon, wenn alles über Notzingen läuft.“

Zum anderen ist die K 1205 – abgesehen von einem kurzen Teilstück – zwischen dem Kreisverkehr und Notzingen in einem „katastrophalen Zustand“, wie Jochen Flogaus ausführte. „Man kann drauf warten, bis ein Lkw im Acker liegt“, ist er überzeugt. Seit der Einführung der Lkw-Maut nutzen auch die schwersten Brummis wieder die Plochinger Steige. Auf der schmalen Kreisstraße dürften jedoch zwei Vierzigtonner schwerlich aneinander vorbeikommen, zumal die Bankette – wie von Jochen Flogaus gebetsmühlenartig regelmäßig angemahnt – an einigen Stellen in desolatem Zustand sind.

Bevor der Umleitungsverkehr läuft, sollen die Randstreifen in Ordnung gebracht werden. Mittelfristig ist auch die Sanierung der Kreisstraße geplant. Aus Sicherheitsgründen fordert Jochen Flogaus während der Umleitungszeit die Geschwindigkeit auf 50 Kilometer pro Stunde zu reduzieren.

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