Lokales

Wohlklingende Bronzeglocken bestellt

In der ersten Sitzung des Neidlinger Gemeinderats im neuen Jahr berichtete Forstrevierleiter Werner Nagel über den Forstbetriebsplan 2005 für den Gemeindewald. Zudem wurde beschlossen, die zwei bronzenen Glocken für die historische Rathausuhr in Auftrag zu geben.

RENATE SCHATTEL

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NEIDLINGEN Zunächst bot Forstrevierleiter Nagel einen Rückblick auf 2004. Im zehnjährigen Forsteinrichtungsplan, der von 1998 bis 2008 läuft, war für 2004 ein Einschlag von 1600 Festmetern vorgesehen. Tatsächlich geschlagen wurden 1350 Festmeter, das bedeute einen Saldo von 4000 Euro. Im vergangenen Jahr habe zum einen der Borkenkäfer in verschiedenen Waldzonen für Verluste gesorgt, zum anderen sei der gesamte Holzmarkt zerrüttet. Die Käufer wollten nur noch die Hälfte der gewohnten Menge abnehmen und dafür nur bescheidene Preise zahlen. Der Stammholzmarkt sei aber bisher einigermaßen befriedigend. Für 2005 sei im Plan ein Holzeinschlag von 1700 Festmetern vorgesehen, davon seien Stammholz von Fichte und Buche mit 560 Festmetern geplant, 790 Festmeter Industrie- und Brennholz und 350 Festmeter Reisig. "Das Laubholz ist nicht mehr so beliebt", konstatierte der Revierleiter. Dafür erfreue sich das "Brennholz lang" großer Beliebtheit. "Man muss flexibel bleiben", ist die Devise von Werner Nagel.

An Pflegearbeiten fallen im neuen Jahr die Förderung der Naturverjüngung in der Grafenhalde, Brand und Burz an. Ebenfalls im Burz gelte es, eine Kultursicherung vorzunehmen und die Schößlinge freizustellen und zudem den Kulturzaun-Abbau weiter voranzutreiben. Im mittleren Eichach und im Schönbuch müsse die Jungbestandspflege sorgfältig fortgeführt werden. Die Erschließung von Fahr- und Maschinenwegen wird mit einer Summe von 2860 Euro zu Buche schlagen. Für das Jahr 2005 weisen die Einnahmen 54 500 Euro auf, die Ausgaben 61 050 Euro, was bedeutet, dass für 2005 ein Zuschussbedarf von 6550 Euro entsteht. "Die Finanzlage ist prekär", machte Forstrevierleiter Nagel deutlich, "wir versuchen, Holz da zu schlagen, wo es günstig ist und damit billig", plant er pragmatisch. Dass dadurch an den steileren Hängen nicht viel Holz geschlagen wird, mache die Verteilung ungleichmäßig, aber ein Oberhang sei kostenintensiv zu bewirtschaften. Nur für die Zwangsstandorte über den Straßen müsse dennoch aus Sicherheitsgründen geschlagen werden. "Wir leben in der Hoffnung, dass der Holzmarkt wieder besser wird", beschloss Werner Nagel seinen Bericht.

Bürgermeister Rolf Kammerlander dankte dem Forstrevierleiter für seine Ausführungen und wandte sich einem erfreulichen Thema zu. Hatte zwar auch für Neidlingen die Glocke der Finanzkrise geschlagen, so konnten dennoch, auch dank des großen bürgerschaftlichen Engagements des Fördervereins Historische Rathausuhr und zahlreicher privater Spenderinnen und Spender, auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderates zwei neue bronzene Glocken für die historische Rathausuhr in Auftrag gegeben werden. Bisher aufwendig restauriert und automatisiert wurde das 1746 geschmiedete Rathausuhrwerk, das sehenswerte Figurenlaufwerk und die Zifferblätter. Vor kurzem wurde die Einhausung des Uhrwerks im Dachgeschoss fertig gestellt. Jetzt soll noch die Stahlschale und die Eisengussglocke diese ersetzte Anfang der 50er Jahre die im Krieg abgelieferten Bronzeglocken durch wohlklingende und aufeinander abgestimmte Bronzeglocken ausgetauscht werden. Die Lieferung der beiden Glocken, mit einem Gesamtwert von 6329 Euro, wird zwischen Ostern und Pfingsten erwartet. Dann müssen die Spezialisten noch eine Feineinstimmung mit den Kirchenglocken vornehmen, damit es in Neidlingen nicht zu ungewollten Misstönen kommt.

Abgelehnt hatte der Gemeinderat eine Option für den manuellen Betrieb der Klangkörper. Einstimmig beschlossen dagegen haben die Gemeinderäte die Begleichung der Mehrkosten für die neue und sinnvolle Elektroinstallation im Feuerwehrmagazin von 1783 Euro. Diese hatte sich beim Umbau des Feuerwehrmagazins umfassender und kostspieliger erwiesen, als geplant.