Lokales

Wohnen und Arbeiten am Fluss

Grünes Licht für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Nördliche Gaisgasse" gaben die Mitglieder des Kirchheimer Gemeinderats in jüngster Sitzung. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, eine Behörden- sowie eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Dem einstimmigen Votum waren sich gegenseitig ergänzende Stellungnahmen vorausgegangen, in denen von den Sprechern aller im Ratsrund vertretenen Parteien grundsätzlich begrüßt wurde, dass die Firma Apparate-Bau Kirchheim auch künftig ihre Produktion im Herzen der Stadt fortführen will.

Für die CDU-Fraktion begrüßte Stadtrat Oliver Riethmüller die Entscheidung für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Nördliche Gaisgasse", auch als ein Stück Wirtschaftsförderung und wünschte dem Unternehmen viel Erfolg an seinem alten und neuen Standort. Grundsätzlich sah er es als Gewinn an, dass es der Firma Apparate-Bau hier ermöglicht wird, ihre Produktion an gewohnter Stelle fortführen zu können auch wenn es durchaus ungewöhnlich sei, produzierendes Gewerbe in den Filetstückchen einer Stadt unterzubringen.

Als "gut gelungen" bewertete SPD-Stadtrat Bodo Schöllkopf die von zwei Kirchheimer Architekturbüros vorgelegten einander ergänzenden Entwürfe für die in diesem dem Wohnen und Arbeiten gewidmeten Mischgebiet vorgesehene flussbegleitende dreigeschossige Bebauung. Gewisse Probleme sah er nur bei der Frage der Anlieferung, begrüßte aber ebenfalls, dass die Firma Apparate-Bau durch den vorhabenbezogenen Bebauungsplan an ihrem gewohnten Standort bleiben und die Produktion in neuen Räumen fortführen kann. Als sehr positiv bewertete auch Stadtrat Bernhard Most (FDP/KiBü) die jetzt mögliche schnelle Umsetzung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes innerhalb dieses Mischgebietes und versprach sich vor allem auch von der Beteiligung der Anlieger weitere Anregungen für die vorliegenden Planungen.

Stadträtin Sabine Bur am Orde-Käß begrüßte für die Grüne Alternative vor allem, dass durch den Grünstreifen und einen Fußweg entlang der Lauter die Umsetzung der Gewässerkonzeption fortgeführt wird. Dass dieser flussbegleitende Weg über Jahre nur ein Fragment bleiben könne, lautete die Kritik des Fraktionsführers der Freien Wähler. Hagen Zweifel machte darauf aufmerksam, dass es im Süden nicht weitergehe. Im Blick auf eine seiner Meinung nach zu nahe an den Fluss heranrückenden Bebauung und die dadurch erforderlichen Stützmauern fragte er sich und seine Ratskollegen doch, ob eine solche Investition wirklich rundum sinnvoll sei.

Dass der flussbegleitende Weg zugleich auch eine wichtige Funktion als Unterhaltungsweg in diesem Bereich erfülle, betonte daher Planungsamtsleiter Dr. Oediger, bevor sich die Gremiumsmitglieder einstimmig für den vorgestellten vorhabenbezogenen Bebauungsplan und die damit erforderlichen weiteren Verfahrensschritte aussprachen.