Lokales

Workshop zum Thema Hallenbad geplant

Ein eintägiger Workshop soll die rettende Idee bringen: "Was tun in Sachen Hallenbad?" heißt die Frage, die Kirchheims Gemeinderäte nach wie vor beschäftigt. Gemeinsam mit Vereinsvertretern wollen sie nun alle Möglichkeiten systematisch durchleuchten.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Dank dem großen Engagement der Vereine und Schulen können Kirchheims Wasserratten derzeit immer noch ihre Runden drehen und sich der Nachwuchs sportlich betätigen. Formal wird der Bäderbetrieb seit 2002 als Zweig der Stadtwerke geführt. Doch in Sachen langfristiger Zukunft ist man noch nicht recht weitergekommen. "Wir haben alle Varianten angedacht, und auch interkommunale Gespräche mit Dettingen geführt", berichtete Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker in der Gemeinderatssitzung. Dies war ebenso wie der Workshop-Gedanke Ergebnis der Klausurtagung gewesen.

Noch zeichnte sich also keine Lösung für das Hallenbad ab, das als wichtiger Standortfaktor gilt. Auch ein Neubau als so genanntes PPP-Modell birgt Pferdefüße. Die drei Ps stehen für Public Private Partnership, gemeint ist eine öffentlich-private Partnerschaft. Fraglich scheint beispielsweise, ob in den angestrebten Dimensionen überhaupt ein Investor und Betreiber Interesse hätte.

Was Dettingen anbelangt, so ist das dortige Hallenbad Bestandteil eines Gesamtkonzeptes, wie Bürgermeister Rainer Haußmann auf Nachfrage des Teckboten erläuterte. Im Vorfeld der Entscheidung, in Nachbarschaft des Bades eine Verbundschule zu bauen, habe man dem Kreis bereits signalisiert, das Bad am jetzigen Standort am Fuße der Teck halten zu wollen. Die Technik sei noch gut in Schuss, und auch die geplante Holzhackschnitzelheizanlage ist in ihren Dimensionen auf Heizung des Bades angelegt.

Auch ohne nachbarschaftliche Kooperation stehen mehrere Varianten zur Diskussion, die von der kompletten Einstellung des Betriebs bis zum Neubau reichen. Um weiterzukommen, ist nun Brainstorming angesagt: Ein Workshop mit Verwaltungs- und Ratsvertretern sowie den Vereinen soll ein rundes Konzept entstehen lassen.

"Ob PPP oder Eigenfinanzierung, das wird sich zeigen", meinte Siegfried Pöschl zuversichtlich und sprach sich im Namen der CDU klar für ein Hallenbad im Mittelzentrum Kirchheim aus. Die derzeitige Lösung, bei der die Vereine das Schlüsselrecht haben, trage die nächsten Jahre, und beim Bäderbetrieb gäbe es nun mal immer Abmangel.

Nicht mal Notwendiges könne sich Kirchheim mehr leisten, gab Andreas Schwarz (Grüne Alternative) zu bedenken und stellte die Frage: "Ist das Hallenbad noch eine kommunale Pflichtaufgabe?" Auf jeden Fall sei beim Bäderwesen Kirchturmspolitik nicht anzustreben. Einem Workshop wollten die Grünen zustimmen unter der Voraussetzung, dass Varianten mit Kosten herauskämen, über die dann endgültig entschieden werde. Auch Ulrich Kübler von den Freien Wählern plädierte für den Workshop, um Material zu sammeln, und sprach von "moralischer Pflicht" in Sachen Hallenbad. Den Pflichtgedanken rückte Bernhard Most (FDP) gar an zentrale Stelle und regte an, am Gedanken der Kooperation festzuhalten. Marianne Gmelin sprach für die SPD klar das Ja zum Hallenbad Kirchheim aus und unterstützte ebenfalls den Workshop-Gedanken, dessen Inhalt keinesfalls ausschließlich PPP-Modelle sein dürften. Auch Dr. Silvia Oberhauser von der Frauenliste stellte sich hinter den Workshop und regte eine frühe Bürgerbeteiligung an, um auch die Ideen der Kirchheimer zu nutzen.

Das Votum für den Workshop erfolgte einstimmig.