Lokales

Wünsch Dir was: Kaffeekränzchen oder Kinobesuch

Vieles hat das Lenninger Netz seit seiner Gründung vor gut zwei Jahren auf die Beine gestellt. Das betreute Wohnen zu Hause steht im Mittelpunkt der Arbeit, doch die Ideen für Neues geht den Machern nicht aus.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN Innerhalb kürzester Zeit ist das Lenninger Netz weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt

O:STERN.TI_geworden. Das Erfolgsrezept: Vor Ort wird auf die Bedürfnisse der Menschen eingegangen. Insgesamt 19 Ehrenamtliche kümmern sich um all die Menschen, die die Hilfe des Lenninger Netzes in Anspruch nehmen. "Die Basis ist ein eineinhalbstündiger Besuch in der Woche", erklärt Gabriele Riecker, Leiterin der Koordinationsstelle beim Lenninger Netz mit Sitz im Bahnhof in Unterlenningen.

Dieser Besuch kann sich auf die unterschiedlichste Weise gestalten, die Ehrenamtlichen gehen auf die Interessen und Bedürfnisse derer ein, die sie besuchen. Das Spektrum reicht von reden und Kaffee trinken, Fotoalben oder Gästebücher ansehen, Zeitung vorlesen oder singen bis hin zu Mühle spielen oder spazieren gehen. "Es kann aber auch sein, dass die beiden gemeinsam zur Post, in die Apotheke oder zur Bank gehen", erläutert Gabriele Riecker. Bei den einen gibt es einen festen Besuchstag in der Woche, die anderen telefonieren montags und richten sich dann nach dem Wetter. "Für viele ist solch ein Besuch der Höhepunkt in der Woche", so die Erfahrung der Leiterin.

Dazu können noch zusätzliche, praktische Dienste in Anspruch genommen werden, beispielsweise Einkaufen, Hilfe im Garten, Schnee schippen oder Fahrten ins Krankenhaus. Ferner dürfen die Betreuten auch Wünsche äußern. So gab es schon Kinobesuche oder auch den einen oder anderen Ausflug. Diese Wahlleistungen werden extra bezahlt. "Nach anfänglicher Skepsis in dem einen oder anderen Fall haben wir auch das Vertrauen der Angehörigen gewinnen können", freut sich Gabriele Riecker. Immer häufiger kommt es auch in Lenningen vor, dass die nahen Verwandten weit weg wohnen. Sie sind froh über diese Form der Betreuung und übernehmen teilweise auch die Kosten für diesen Service.

Das Lenninger Netz will den Ehrenamtlichen, sprich ihren Mitarbeitern, eine gewisse Freiheit bei ihrer Arbeit bieten. Deshalb erhält jeder eine monatliche Aufwandsentschädigung für Telefonate, Benzin oder ähnliches. Darüber hinaus gibt es auch eine schriftliche Vereinbarung. "Das ist zwar kein Vertrag, wertet aber die Mitarbeiter auf und gibt ihnen einen gewissen Stellenwert", sagt Werner Schulmeyer, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Lenninger Netzes.

Im Moment haben zehn Lenninger einen Betreuungsvertrag, neun einen Optionsvertrag. "Es findet zwangsweise eine Fluktuation statt. Die Laufzeiten unserer Verträge sind mitunter recht kurz", gibt Werner Schulmeyer zu Bedenken. Insgesamt wurden bislang 25 Verträge abgeschlossen. "Die Vorsorge fürs Alter schieben viele gerne auf die lange Bank", so die Erfahrung von Werner Schulmeyer und Gabriele Riecker. Selbst die Optionsverträge werden nicht selten erst dann abgeschlossen, wenn es nicht mehr anders geht.

Doch das Lenninger Netz leistet weitaus mehr. "Ein 75- oder gar 80-Jähriger ist heute nicht mehr in der Lage, bei der Gesetzesfülle und dem Angebot den Überblick zu behalten", so Werner Schulmeyer. Das Lenninger Netz sieht es als seinen Auftrag an, bei Interesse die Menschen zu beraten. "Wir sind kein Callcenter. Uns kennt man und man weiß, dass wir niemanden über den Tisch ziehen wollen", zeigt Werner Schulmeyer den Vertrauensbonus auf. Gabriele Riecker erklärt die unterschiedlichen Betreuungsangebote und gesetzlichen Vorgaben. Ferner zeigt sie auf, welche Verträge sinnvoll und welche vollkommen überflüssig sind beispielsweise weil sie schon durch einen anderen Kontrakt abgedeckt sind. "Wir wollen nachvollziehbare Informationen weitergeben", sagt Werner Schulmeyer.

Die Arbeit geht dem Lenninger Netz nicht aus. Für das kommende Jahr sind die Weichen schon gestellt. Im Oktober findet die zweite Lenninger Seniorenmesse statt und der Betreuungsservice in der Seniorenwohnanlage in der Brunnensteige will auch erst einmal auf die Beine gestellt werden. Darüber hinaus spuken noch zahlreiche Ideen in den Köpfen herum, sie umzusetzen scheitert bislang am mangelnden Personal. "Das sind etwa 30 Punkte unsere Form des Altenhilfeplans", so die beiden unisono.

Die Weihnachtsaktion des Teckboten unterstützt das Lenninger Netz als eine von drei Einrichtungen, die das Betreute Wohnen zu Hause fördern. Folgende Konten stehen zur Verfügung:

Kreissparkasse 48 333 344 (BLZ 611 500 20) Volksbank 304 777 005 (BLZ 612 901 20) Deutsche Bank 070 050 000 (BLZ 611 700 76) BW-Bank 8 642 202 (BLZ 600 501 01) Commerzbank 910 000 900 (BLZ 611 400 71)