Lokales

Wunsch: Offenheit für Modellschulen

"Innovative Konzepte" für den Schulstandort Kirchheim fordert der Gesamtelternbeirat. Im März findet eine Klausur mit Gemeinderat, Verwaltung, Schulen und Eltern statt.

KIRCHHEIM In einem Treffen in der Eduard-Mörike-Schule hat sich der Gesamtelternberat (GEB) auf die in den kommenden Monaten anstehenden Termine zur Schulentwicklungsplanung in Kirchheim vorbereitet. In ihrem Planungstreffen befassten sich die Eltern sowohl mit der aktuellen baulich-räumlichen Situation an den Kirchheimer Schulen als auch mit der Frage nach Visionen für den Schulstandort und seine Entwicklung. Dass den Elternvertretern dabei die Hände gebunden sind, ist ihnen bewusst: "Wir wissen, dass die bildungspolitischen Entscheidungen in der Schulpolitik in Stuttgart und die baulichen Entscheidungen im Gemeinderat gefällt werden", stellte der Gesamtelternbeiratsvorsitzende Thomas Auerbach klar. "Aber wir werden uns wo immer wir können einbringen und unsere Positionen und damit den Bedarf der Schüler und der Elternschaft selbstbewusst vertreten." Ziel des GEB ist es, den Schulstandort Kirchheim ausgewogen weiterzuentwickeln, finanzielle Mittel möglichst effizient und breitenwirksam einzusetzen. "Unstrittig ist für uns, dass wohnortnahe Grundschulen ein Muss sind, bei den weiterführenden Schulen ist dagegen eine gute Erreichbarkeit mit dem Fahrrad oder ÖPNV entscheidend", so der GEB-Vorsitzende nach dem Planungstreffen.

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An anderer Stelle sind für den Elternbeirat aber durchaus Veränderungen in der Standortstruktur vorstellbar. So sehen die Elternvertreter keinen zwingenden Bedarf, an der Kombination Grundschule-Hauptschule langfristig festzuhalten. Vielmehr sieht man Synergien eher in der Nähe von Grundschule und Kindergarten. Eine Auflösung der Kombination von Grund-und Hauptschulen sowie eine Neugliederung hält man im GEB sogar für eine große Chance. So könnte man über neue Ansätze, wie zum Beispiel Verbundschulen aus Haupt- und Realschule oder eine Kombination aus Förder- und Hauptschule nachdenken. "Darüber hinaus wünschen wir uns für den Bildungsstandort Kirchheim Offenheit für Modellschulen", betont die stellvertretende Vorsitzende Christiane Bahlcke, "denn die Verschiebungen der Schülerzahlen zeigt, dass das dreigliedrige Schulsystem Alternativen benötigt. Für diese Alternativen brauchen wir entwicklungsfähige Standorte."

In den nächsten Wochen wird der GEB den Fraktionen im Gemeinderat Gespräche anbieten sowie weitere Informationen an den Schulen über Eltern und Lehrerschaft sammeln. Das Anliegen der Elternbeiräte macht Thomas Auerbach noch einmal deutlich: "Wir werden dafür kämpfen, dass zunächst tragfähige, innovative Konzepte für den Schulstandort entwickelt werden, bevor man im Gemeinderat Millionenentscheidungen trifft, die den Schulstandort über Jahre und Jahrzehnte binden."

ta