Lokales

Wunschzettel für 2012 steht fest

Kreisräte wünschen sich mutige Entscheidungen in der Klinikstrukturplanung und solide Kreisfinanzen

Was haben die 16 Kreisparlamentarier um die Teck dem Christkind auf ihren Landkreis-Wunschzettel geschrieben? Ganz Unterschiedliches steht dort zu lesen, wie sie dem Teckboten verraten haben. So haben nicht wenige dem Kreis 2012 mutige Entscheidungen in der Strukturdebatte der Kreiskliniken gewünscht.

Die Wunschzettel sind geschrieben, die Päckchen liegen schön verpackt unterm Weihnachtsbaum des Kreises im Esslinger Landratsamt
Die Wunschzettel sind geschrieben, die Päckchen liegen schön verpackt unterm Weihnachtsbaum des Kreises im Esslinger Landratsamt. Doch ob alle Wünsche der Kommunalpolitiker in Erfüllung gehen, wird erst das nächste Jahr weisen.Foto: pr.

Kirchheim. Das Jahr 2011 neigt sich seinem Ende entgegen, der Kreishaushalt ist für 2012 verabschiedet, die kommunalpolitischen Schlachten im Kreistag sind für dieses Jahr geschlagen. Weihnachten und damit die Zeit der Wünsche steht vor der Tür. Was also wünschen sich und dem Landkreis die kommunalen Kreispolitiker rund um die Teck für 2012. Hermann Bauer (Freie Wähler), Weilheim, ist, was seine Wünsche anbelangt, zuversichtlich, dass sie vom Christkind erfüllt werden, gehört er doch der stärksten Kreistagsfraktion an. Der Finanzexperte der Freien Wähler möchte weiterhin eine stabile Kreispolitik, verbunden mit einem Hebesatz, der den Landkreis in die Lage versetzt, seine Aufgaben verlässlich zu erfüllen.

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Rainer Bauer (CDU), ebenfalls aus Weilheim, denkt ähnlich: „Ich wünsche dem Kreis, dass er 2012 finanziell in ruhigeres Fahrwasser gerät“.

Sabine Bur am Orde-Käß (Grüne), Kirchheim, hegt neben der guten finanziellen Ausstattung des Kreises, damit er auch die Berufsschulen ener­getisch im Sinne des Klima­schutzes sanieren kann, noch einen anderen Wunsch: „Dass die Kreisräte den Landkreis als Ganzes sehen und nicht nur aus der jeweiligen kommunalen Brille.“

Auch Ulrich Deuschle (Republikaner), Notzingen, wünscht dem Landkreis genügend Geld, damit die wichtigen Kreisaufgaben weiter erfüllt werden können. Dabei denkt er nicht nur an den sozialen Bereich, sondern auch an die notwendigen Sanierungen der Kreisstraßen.

Marianne Gmelin (SPD), Kirchheim, hat ganz der Weihnachtszeit entsprechend generell den Wunsch, dass „wir verschont bleiben von Katastrophen“ und im Kreis alles friedlich bleibt. Darüber hinaus könnte das Christkind auch dafür sorgen, dass die Diskussionen im Kreisparlament 2012 trotz konträrer Ansichten sachlich geführt werden.

Albert Kahle (FDP), Kirchheim, wünscht sich „mehr Gehör für die Bürgerschaft, verantwortungsvolleren Umgang mit Steuermitteln, weniger Bürokratie und weniger Reg­lementierungen durch die Verwaltungen.“

Helmut Kapps Herzenswunsch für 2012 sind steuerkräftige Kommunen, damit im Kreis zügig die Schulden abgebaut werden können. Als „größte Hypothek“ empfindet der Kirchheimer CDU-Mann die im kommenden Jahr anstehende Entscheidung, ob das Plochinger Kreiskrankenhaus geschlossen werden muss oder nicht. Er ist jedoch optimistisch, dass es dem Kreistag gelingt, auch einen unpopulären Beschluss mutig zu fällen.

Dr. Christoph Miller (Freie Wähler), Kirchheim, wünscht dem Kreis ein gesundes Krankenhauswesen, eine blühende Schullandschaft als Reaktion auf die sich verändernden Bedingungen, sprudelnde Steuerquellen, die dem Kreis die Möglichkeit geben, sich weiter zu entschulden – „und dem Landrat etwas mehr Gelassenheit“.

Auf dem Wunschzettel von Günter Riemer (Freie Wähler) Kirchheim, stehen drei Dinge: Der Landkreis soll seine Finanzen konsolidieren können, die Wirtschaftskraft und naturräumliche Schönheit soll erhalten bleiben und den Kreiseinwohnern wünscht Kirchheims Bürgermeister Gesundheit und ein langes Leben.

Siegfried Roser (Freie Wähler), Owen, wünscht sich „ein bisschen mehr Frieden und Gelassenheit in der Krankenhausstrukturdebatte“.

Für den früheren Fraktionschef und Finanzexperten der CDU im Kreistag, Gerhard Schneider, Lenningen, ist klar, was auf seinem Wunschzettel steht: „Finanziell noch mal solch ein gutes Jahr wie 2011, das würde dem Landkreis gut tun.“

Andreas Schwarz (Grüne), Kirchheim, wünscht dem Landkreis, dass er den Weg der ökologischen Modernisierung geht und den Abbau des Schuldenberges noch stärker voranbringt.

Rainer Stephan (FDP), Holzmaden, schrieb auf seinen Wunschzettel: „Eine weiterhin faire Finanzpartnerschaft zwischen dem Landkreis und den Gemeinden sowie den baldmöglichsten Ausbau der Kreisstraße von Ohmden nach Schlierbach.“

Die Kreiskrankenhäuser im Blick haben Bärbel Weihnacht (Freie Wähler), Dettingen, Karl Zimmermann (CDU), Kirchheim, und Georg Zwingmann (Grüne), Lenningen.

Während die Dettingerin den Kreiskliniken „etwas Weihnachts­ruhe“ gönnt, wünscht der Kirchheimer CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisrat „dem Landkreis und seinen Entscheidungsträgern in der Verwaltung und im Kreistag für 2012 eine weise Entscheidung in der Krankenhausstrukturdebatte und die nötige Akzeptanz für diese Entscheidung in der Bevölkerung“.

Auch der Lenninger Kreisrat wünscht sich vor allem mutige Entscheidungen im Hinblick auf die Strukturplanungen der Kreiskrankenhäuser und hängt in diesem Zusammenhang noch einen weiteren Wunsch an – nicht verurteilt zu werden für seine Meinung.