Lokales

Zähringerwurzeln im Boden verankert

ANKE KIRSAMMER

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Weilheim. Mit der Platzgestaltung, für die Weilheims Stadtbaumeister Roland Rendler veranwortlich zeichnet, wird die historische Verbandelung Weilheims genauso offenkundig wie die Verbundenheit der zwölf Zähringerstädte in einem seit 1990 bestehenden losen Zusammenschluss. Dazu gehören die schweizerischen Städte Bern, Burgdorf, Fribourg, Murten, Rheinfelden und Thun, außerdem Bräunlingen, Freiburg, Neuenburg, St. Peter, Villingen-Schwenningen und Weilheim. Als eine Art begehbare Landkarte sind Schriftzüge in Bronze und in Glas eingearbeitete Wappen der Städte nun auf gesonderten Platten auf dem Bertoldsplatz in den Boden eingelassen. Von Weilheim als der nördlichsten Stadt beginnend, endet die Reise in Fribourg, der südlichsten Stadt im Bunde. Als wolle er sie alle unter seine Fittiche nehmen, breitet daneben der Zähringer-Adler seine Fittiche aus. Für einen Aha-Effekt sorgte bei den Gästen neben der Enthüllung des Mosaiks auch das Reitersiegel an der Stadtmauer. Das auf das Jahr 1177 zurückgehende Siegel zeigt Bertold IV. und ziert normalerweise im Miniaturformat Urkunden. Wer sich für die Historie Weilheims interessiert, kann sich jetzt außerdem auf einer neu angebrachten Zeittafel über die wichtigsten Eckdaten informieren.

In ihrem Grußwort unterstrich Murtens Stadtpräsidentin Christiane Feldmann, der Platz drücke die Verbundenheit der Zähringerstädte aus. Mit der Gestaltung des „öffentlichen Raums“ gingen heute eine Menge Fragen einher. Eine Rolle spielten Aspekte wie das Sicherheitsgefühl, die multifunktionale Nutzbarkeit und der Umgang mit dem Autoverkehr. „Ein schöner Stadtkern erhöht die Identifizierung“, so Christiane Feldmann. Der Gemeinderat habe für Weilheim eine mutige Antwort gegeben. „Mein Glückwunsch, Sie sind städtebaulich im 21. Jahrhundert angekommen.“

Neuenburgs Bürgermeister Jo­achim Schuster hatte zuvor den intensiven Austausch unter den Vertretern der Zähringerstädte beispielsweise zu wirtschaftlichen Themen oder zu Fragen der demografischen Entwicklung gelobt. Dem stehe auch die ganz unterschiedliche Struktur nicht im Weg. St. Peter im Schwarzwald hat nur rund 2 500 Einwohner, Freiburg dagegen 220 000. Im Jahr 2010 sollte Schusters Ansicht nach das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft gebührend gefeiert werden – und zwar in der Stadt, in der Bertold I., der Stammvater der Zähringer, einst auf der Limburg eine Burg erbaute.