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"Zehn Euro sind schon sehr viel"

Schüler und Studenten, die für die Sommerferien in diesem Jahr einen Job suchen, haben schlechte Karten. Zirka 100 Bewerber konkurrieren derzeit bei der Kirchheimer Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit um nur 15 ausge

schriebene Stellen.

ALEXANDRA HOLZNER

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Die Aussichten auf Ferienjobs in Kirchheim und Umgebung stehen dieses Jahr extrem schlecht. Derzeit versuchen "zirka 100 Schüler und Studenten quer Beet" über die Agentur für Arbeit in Kirchheim, einen der wenigen, Ferienjobs zu ergattern, berichtet die Agenturleiterin Irene Krissler. Gemeldet sind der örtlichen Behörde aber nur 15 freie Stellen. "Der Arbeitsmarkt spiegelt sich auch in den Ferienjobs wider", begründet Irene Krissler diesen Sachverhalt.

Einige Schüler und Studenten kommen in den Firmen von Vater, Onkel oder Nachbar unter, andere bewerben sich dort, wo sie schon im vergangenen Jahr das Geld für den wohlverdienten Urlaub erschuftet haben. In solchen Fällen besteht Hoffnung auf einen Ferienjob. Wer allerdings keine Beziehungen hat, geht in diesem Jahr wohl leer aus.

Am wahrscheinlichsten bekommen in solchen Fällen noch Männer über 18 Jahre einen der heißbegehrten Ferienjobs. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Männer sind stärker als Frauen und Ferienarbeit wird meist im Lagerbereich von Firmen angeboten, wo Kraft und Ausdauer groß geschrieben werden. "Wer eine bequemen Bürojob sucht, wird kaum Erfolg haben", gibt die Agenturleiterin zu bedenken. Volljährig sollten die Jobber aus gesetzlichen Gründen sein. So dürfen Minderjährige im Alter von 15 bis 16 Jahren zum Beispiel nur acht Stunden am Tag und zwar von 6 bis 20 Uhr arbeiten und sind damit für Schichtarbeiten meist nicht geeignet.

Auch "wer für nur eine Woche einen Ferienjob sucht, hat in der Regel keine Chance", bemerkt Irene Krissler, "drei Wochen sind üblich". Unter dieser Zeitspanne stellen die Firmen normaler Weise gar niemanden ein. Den Jobsuchern ist dies bewusst und ihre Bewerbungen sind dementsprechend meist auch auf mindestens drei Wochen Arbeit ausgerichtet. Wählerisch sind die verzweifelten Schüler und Studenten nicht. Sie würden beinahe jeden Job annehmen, denn der Wunsch zu arbeiten und Geld zu verdienen ist groß.

Diejenigen, die sich einen der wenigen Ferienjobs erkämpfen konnten, dürfen mit Verdienstmöglichkeiten zwischen sechs und zehn Euro pro Stunde rechnen. "Zehn Euro sind aber schon sehr, sehr viel", stellt Irene Krissler fest.