Lokales

Zeit des Wartens

Bereits der zweite Advent steht an. Schnell ist es wieder gegangen. Überraschend? Ist man wieder einmal hineingestolpert in den Advent? Oder noch gar nicht angekommen. Weil man doch so eingebunden ist, noch in die Alltagsgeschäfte, und schon in die zusätzlichen Weih-nachtsvorbereitungen.

Advent heißt Ankunft. Advent heißt Zeit des Wartens. Ganz einfach eigentlich. Man weiß es doch. Ist ja jedes Jahr so. Und hat man sich noch gar nicht die Frage stellen können: Was erwarte ich? Was erwarte ich im Advent, was erwarte ich von Weihnachten? Die Chance jetzt: Zurücklehnen, sich ein paar Minuten gönnen. In sich hineinhören und fragen: Was erwarte ich gerade für mich? Was für die liebsten Menschen um mich? Was erwarte ich für meine Gemeinde? Was für die Welt?

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Sind das kleine Dinge, die ich erwarte oder sind es große Ereignisse? Warte ich auf feine Veränderungen oder auf die große Umwälzung? Bei mir? Für die ganze Welt? Warte ich gar darauf, dass ein neuer Himmel und eine neue Erde kommen wird? Wie werde ich die Veränderungen aushalten? Will ich sie? Habe ich die Kraft, mein Teil dazu zu geben? Habe ich die Geduld zu Warten?

Ein Lied von Kurt Marti, das eigentlich zum Ende des Kirchenjahres gehört, ist für mich ein Advents-lied. Es schenkt mir Kraft, Freude und Geduld. Zum Warten wie zum Handeln. Ihnen auch?"Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt, wenn einst Himmel und Erde vergehen. Der Himmel, der kommt, das ist der kommende Herr, wenn die Herren der Erde gegangen. Der Himmel, der kommt, das ist die Welt ohne Leid, wo Gewalttat und Elend besiegt sind. Der Himmel, der kommt, das ist die fröhliche Stadt und der Gott mit dem Antlitz des Menschen. Der Himmel, der kommt, grüßt schon die Erde, die ist, wenn die Liebe das Leben verändert." Paul Bosler Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Nabern