Lokales

Zeitverschwendung

Wie überall, ist auch in Dettingen das Geld knapp. Über eines aber scheint ein Großteil der stimmberechtigten Gemeinderatsmitglieder

ANDREAS VOLZ

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im Überfluss zu verfügen Zeit: Anstatt über Sinn und Unsinn der Brückenverbindung zu sprechen, haben die diskussionsfreudigen Gemeinderäte in vier Sitzungen insgesamt sechs Stunden lang darüber debattiert, welche Variante vorzuziehen wäre. Dabei hätte der gesunde Menschenverstand schon beim Blick auf die ersten Planskizzen und die Kostenrelationen sofort erkennen müssen, dass einzig und allein die Variante "Mitte" in Frage kommen kann.

Selbst eine Gemeinderatsgruppierung, die den Steg von Anfang an als zu teuer und unnötig ablehnt, beteiligt sich munter an der Auswahl derjenigen Variante, gegen die sie eines Tages bevorzugt stimmen will. Für die unsinnigen Kostenuntersuchungen der Variante "Süd" und der Unterführungsverlängerung samt Aufzug wird indessen bereitwillig öffentliches Geld verschleudert. Kein Gemeinderat könnte aber ernsthaft eine teurere Variante befürworten, die zudem den Anwohnern im zweiten Stock direkt am Fenster vorbeiführt oder aber den Vorgarten abgräbt. Also braucht auch niemand zu wissen, wie viel teurer diese "Lösung" wirklich ist.

Die entscheidende Frage beim Thema "Stegverbindung zwischen Altem Ortskern und Guckenrain" müsste schon längst lauten: "Bauen wir die Variante ,Mitte' ja oder nein?" Abwägungsgesichtspunkte wären die Finanzen und die Frage, ob ein solcher Steg tatsächlich genutzt würde. Weil sich das nicht vorhersehen lässt, muss sich das Gremium für oder gegen etwas entscheiden, was ein Flop oder das Ei des Kolumbus werden kann. Aber gefragt ist eine Entscheidung, kein ergebnisloses Zeitspiel.