Lokales

Ziel: Freie Fahrt bei Dettingen

Zwei zusätzliche Fahrspuren auf der B 465 geplant – Fußgängerunterführung wird ausgebaut

An manchen Stellen der Bundesstraße zwischen Kirchheim und Owen fahren täglich über 30 000 Autos – zu viel für die aktuelle Straßensituation. Der Bund will nun dafür sorgen, dass der Verkehr auf der Bundesstraße wieder besser läuft.

Bianca Lütz

Dettingen. Wer zu Hauptverkehrszeiten auf der Bundesstraße zwischen Kirchheim und Owen unterwegs ist, kann ein Lied davon singen: Bei Dettingen stockt und staut es immer wieder. „Die Bundesstraße ist an einigen Punkten überlastet“, sagte Bürgermeister Rainer Haußmann im Gemeinderat. Dass es so nicht weitergehen kann, hat auch das Regierungspräsidium Stuttgart eingesehen. Die Behörde plant nun eine „Beschleunigung der Knotenpunkte“. In der Praxis heißt das, vereinfacht gesagt, dass in jeder Fahrtrichtung eine Spur hinzukommt. Notwendig wird dadurch auch eine Verlängerung des Fußgängertunnels, für die im östlichen Bereich der Bund aufkommt. Was mit dem bestehenden, westlichen Teil passiert, wurde im Rat ebenfalls diskutiert.

Verkehrsplaner Dieter Stahl stellte die Verkehrsuntersuchung sowie die geplanten Maßnahmen vor. „Die Spitzenstunde ist zwischen 17.15 und 18.15 Uhr“, sagte er. Insgesamt fahren am Tag auf dem Abschnitt zwischen Kirchheim und der Kreisstraße 1250 nach Nabern über 30 000 Autos auf der Bundesstraße. Im Bereich zwischen der Kreisstraße und der Teckstraße sind es fast 20 000 und auf der K 1250 selbst über 15 000.

Für Entzerrung sollen zwei zusätzliche Spuren sorgen, eine in jede Fahrtrichtung. Besonders problematisch ist es auch überall dort, wo abgebogen wird. Autofahrer, die von Kirchheim kommen und nach Nabern wollen, werden deshalb in Zukunft zweispurig nach links einbiegen können. Per Reißverschlusssystem müssen sich die Fahrzeuge dann vor dem Kreisel an den Unteren Wiesen wieder in eine Spur einordnen. An der Einmündung der Kreisstraße aus Richtung Nabern in die Bundesstraße nach Kirchheim wird voraussichtlich eine Ampel installiert, um gefahrlos in die um eine Spur gewachsene Bundesstraße einfahren zu können. In der Gegenrichtung von Owen nach Kirchheim wird die Abbiegespur nach rechts in Richtung Nabern verlängert, um Rückstaus zu vermeiden.

Mit der Verbreiterung der Bundesstraße wird auch die Verlängerung der Unterführung notwendig. Dieter Stahl erläuterte die Pläne des Regierungspräsidiums im Osten, wo der neue Teil entsteht. Vorgesehen ist eine Breite von sechs Metern, wovon 2,50 Meter auf den Fußweg entfallen und 3,20 Meter auf den Radweg. Eine Rampe mit behindertengerechter Neigung führt nach Osten in Richtung Guckenrain aus dem Tunnel hinaus. Weil die Verlängerung wegen eines Bundesprojekts nötig wird, kommt auch der Bund dafür auf.

Damit stellt sich auch die Frage, ob der alte westliche Teil an den östlichen angepasst werden soll. Nachdem die Dettinger vor zwei Jahren in einem Bürgerentscheid gegen einen Steg über die Bundesstraße votiert und sich zum Tunnel bekannt hatten, hatte der Gemeinderat über das weitere Vorgehen beraten. Er beschloss einhellig, dass der Tunnel in absehbarer Zeit nicht umgebaut werden müsse. In jüngster Sitzung beauftragten die Bürgervertreter den Rathauschef nun, mit dem Regierungspräsidium über die Finanzierung eines

Ausbaus im Westen zu verhandeln, und zwar mit dem Ziel, dass die Gemeinde so wenig wie möglich von den Kosten tragen muss.

Möglichkeiten für den Tunnel-Umbau im Westen wurden thematisiert. Angedacht ist, den Zugang ebenfalls behindertengerecht zu gestalten. Problematisch sind jedoch die beengten Verhältnisse. Wenn es möglich sein soll – auf etwas schmälerer Fahrbahnen – mit dem Auto von der Lindenstraße in die Eisenbahnstraße zu fahren, so kommt eine behindertengerechte Rampe nicht infrage. Statt dessen könnte ein Aufzug eingebaut werden. Zudem gäbe es Platz für eine schmale, etwas steilere Rampe, aber nicht für eine Treppe.

Anzeige
Anzeige