Lokales

Zielgruppe Familie im Blick

Die württembergische Landessynode hat sich mit dem Thema "Familie" befasst. Als Ergebnis wurde ihre Zukunftsfähigkeit festgehalten. Die Synodale des Bezirks Kirchheim/Nürtingen Sibylle Lehmann berichtete im Namen des Gesprächskreises "Lebendige Gemeinde" von den Impulsen

DETTINGEN Nach zwei Gottesdiensten in Dettingen berichtete Sibylle Lehmann von der Synode, die tags zuvor getagt hatte. Zum Hauptthema "Familie" wurden von der Synode nach langer Vorarbeit und intensiver Beschäftigung mit der Vielfalt der modernen Lebensformen neun Thesen verabschiedet. Es wurde mehrheitlich für unverzichtbar erklärt, an dem Leitbild der Familie in herkömmlichem Sinn auch von der Bibel her festzuhalten, weil dieses Orientierung gebe. Auch die Schwierigkeiten von Familien jeder Art wurden thematisiert. Die Kirchengemeinden sollten aufmerksam bleiben, wie und wo sie aktiv werden können. Ebenso wurden gesellschaftliche, wirtschaftliche und zwischenmenschliche Aspekte erörtert.

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Für den Gesprächskreis "Lebendige Gemeinde" meinte Tabea Dölker aus Holzgerlingen: "Familie ist kein Problemfall, sondern ein ganz großes Glück." Die Basis für ein gelingendes Familienleben sei eine stabile Partnerschaft. Daher sei die Ehe besonders geschützt. Landeskirche und Gemeinden müssten verstärkt die Zielgruppe Familie in den Blick nehmen. Kirchliche Kindergärten sollen behalten und verstärkt in den Gemeindeaufbau eingebunden werden. "Der Name unserer Landeskirche soll untrennbar mit Familienfreundlichkeit verbunden sein", so Dölker. Immer wieder müsse sich die Synode auch mit den abnehmenden Finanzen beschäftigen, berichtete Lehmann weiter. Aber im Gegensatz zu Ankündigungen anderer sei weder die Streichung von 113 Pfarrstellen noch die Schließung von kirchlichen Tagungsgebäuden beschlossen worden. Lediglich 70 Pfarrstellen werden bis 2011 reduziert, entsprechend zu den sinkenden Gemeindegliederzahlen, was vor allem den städtischen Bereich betreffe. Für den Kirchenbezirk Kirchheim bedeutet das den Verlust von anderthalb Pfarrstellen in den nächsten sechs Jahren.

Sibylle Lehmann äußerte sich enttäuscht, dass die Kirchenleitung immer noch kein Konzept erarbeitet hatte, welche der kirchlichen Tagungshäuser und Fortbildungsstätten aufgegeben werden müssten. Dieser Prozess ziehe sich über zwei Jahre hin ohne Ergebnis. Wie die anderen deutschen Landeskirchen könne auch Württemberg das theologisch fragwürdige Unternehmen nicht finanzieren, eine neue Bibelübersetzung herauszubringen, die die Anliegen der feministischen Theologie manifestiert.

Besonders geprägt war die Tagung durch den Abschied von Landesbischof Dr. Gerhard Maier. Vor viereinhalb Jahren war er nach einer missglückten Wahl überraschend berufen und gewählt worden. Er nahm sein Leitungsamt vor allem als Prediger und Seelsorger wahr. Sibylle Lehmann zitierte aus seinem Bischofsbericht: "Eine Kirche, die nicht wachsen will, gibt sich auf." Bischof Maier habe die Kirche zu glaubwürdiger Liebe und zur Weitergabe der guten Nachricht von Jesus Christus aufgerufen.

eg