Lokales

Zigtausende genießen närrisches Spektakel

WERNAU Am Samstag waren in Wernau wieder die Narren los und nicht nur die: Die Veranstalter meldeten 3 500 Hästräger und Musiker,

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ANDREAS VOLZ

die zu einer der 94 Gruppen des großen Fasnetsumzugs gehörten, sowie etwa 45 000 närrische Besucher, die das Geschehen vom Straßenrand aus mit großer Begeisterung verfolgten.

Etwa zweieinhalb Stunden dauerte das Spektakel, bei dem Narren- und Brauchtumsgruppen aus ganz Baden-Württemberg und aus der Schweiz permanent gute Laune verbreiteten sowie mitunter auch infernalischen Lärm und Gestank. Glücklich, wem Windgott Äolus am Samstag gnädig gesinnt war, sodass er die Rauchschwaden in den entscheidenden Momenten auf die andere Straßenseite hinüberblies. Vom Glück begünstigt waren Veranstalter, Teilnehmer und Zuschauer ohnehin, denn anhaltender Sonnenschein machte die winterlichen Temperaturen durchaus erträglich.

In der ersten Faschingssaison nach "Knut" und "Flocke" zeigte es sich auch in Wernau, dass die allerkleinsten Narren, die in einer Miniaturausgabe ihres Zunfthäses stecken und munter im Zug mitmarschieren, genauso süß und putzig sind wie kleine Eisbären. Passend dazu hatte sich auch eine derjenigen Gruppen, die weder einer Narrenzunft angehören noch die Welt der Guggen-"Musik" bereichern, in eine muntere Schar von Eisbären verwandelt. Ob es allerdings als politischer Beitrag zum Thema "Klimawandel" gedacht war, dass diese Eisbären vereinzelt auch Sonnenbrillen trugen, sei dahingestellt.

Am Straßenrand spielten sich die üblichen Neckereien und Verfolgungsjagden zwischen den Maskierten und ihren jugendlichen Zuschauerinnen ab, die beinahe im Akkord in Christbaumnetze verpackt und mit Konfetti überschüttet wurden oder ein närrisches Make-up erhielten. Doch auch Angriffe auf ihre Psyche mussten sie sich hin und wieder gefallen lassen so etwa als ein Narr sich blitzartig vor ihnen aufbaute und ihnen ein amtlich wirkendes Schild vor die Nase hielt, auf dem zu lesen war: "Du bist zu fett für diesen Sommer." Die meisten dürften es mit Humor genommen haben, ohne sich deshalb gleich krankhaft ehrgeizige Ziele für die bevorstehende Fastenzeit zu setzen.

Fotos: Gerald Prießnitz