Lokales

„ZiSch“ geht in die nächste Runde

Über 650 Schüler in 28 Klassen beteiligen sich am Projekt „Zeitung in der Schule“

Seit gestern sieht der Schulalltag in 28 Klassen im Verbreitungsgebiet des Teckboten anders aus, als noch vor den Herbstferien. Mit dem neu angelaufenen Projekt „Zeitung in der Schule“, das vom Teckboten in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kreissparkasse und dem Aachener IZOP-Institut über 650 Schülern angeboten wird, können in den nächsten drei Monaten jeden Tag aufs Neue aktuellste Informationen in den Unterricht eingebaut werden, um die Tageszeitung als impulsgebendes Unterrichtsmedium neu kennenzulernen.

WOLF-DIETER TRUPPAT

Kirchheim. Lehrer und Schüler sind gleichermaßen gefragt, die drei Monate zu nutzen, in denen ihnen die Kirchheimer Zeitung im Klassensatz kostenlos zur Verfügung steht. Was alles mit der Zeitung im Unterricht „angestellt“ werden kann, ist immer wieder aufs Neue erstaunlich. Es gibt sogar Lehrkräfte, die in der dreimonatigen Projektphase ihre Schulbücher komplett wegschließen, um ausschließlich mit der jeweils aktuell angelieferten Tageszeitung ihren Unterricht zu gestalten.

Der Zugang zu der viele interessante Offerten liefernden Tageszeitung ist natürlich völlig unterschiedlich, ob sich Grundschüler unter entsprechender Anleitung dem ihnen eher fremden Medium spielerisch annähern oder aber Gymnasiasten die Gelegenheit nutzen, aktuelle Informationen in ihre Arbeiten einbauen zu können.

Dass auch schon Kinder im Grundschulalter erstaunlich viel mit der täglich im Klassensatz gelieferten Tageszeitung anstellen können, war das begeisternde Ergebnis des Versuchs, das seit dem Jahr 2002 bestehende Angebot „Zeitung in der Schule“ in einem Pilotprojekt auch einmal in jüngere Hände zu geben und erstmals und exklusiv nur für Grundschüler anzubieten. Das Ergebnis war so überzeugend, dass „ZiSch“ mittlerweile an Grund-, Haupt- und Realschulen genauso angeboten wird wie an Gymnasien, Förderschulen oder auch beruflichen Schulen.

Auch wenn das Fach Deutsch die tragende Säule der Beschäftigung mit der Tageszeitung ist, können auch die Lehrkräfte aller anderen Fächer das Angebot der jeweils druckfrisch angelieferten Zeitungen für ihr jeweiliges Fachgebiet nutzen. Ob die Schülerinnen und Schüler mit farbenfrohen Leseratten oder anderen im Kunstunterricht entstandenen Arbeiten beeindrucken oder auch nur aus den Buchstaben der Titelzeilen mit viel Einfallsreichtum zusammenkomponierte anonyme Forderungen an ihre Mitschüler verschicken, die mit einem Riegel Schokolade beglichen werden können, der kindliche Einfallsreichtum ist in der Tat beeindruckend.

So hat beispielsweise ein Schüler im Rahmen der mit dem Projekt angebotenen Langzeitarbeiten über Wochen auf Millimeterpapier gewissenhaft nachvollzogen, wie sich seine Krügerrand-Münze kursmäßig entwickelt und was mit den Aktien passiert, die seine Oma besitzt.

Wie sich das Wetter im Vergleich zur jeweiligen Prognose verhält, war ebenfalls schon Thema einer Langzeitarbeit und gewissenhaft untersucht wurde auch, welche persönlichen Eigenschaften in Freundschaftsanzeigen ganz besonders favorisiert werden. Gewissenhaft wurde der Frage nachgegangen, ob ein Zusammenhang festgestellt werden kann zwischen der Zahl der abgebildeten Personen und der Größe des jeweils in der Zeitung abgedruckten Bildes.

Ganz entscheidend ist bei dem Projekt Zeitung in der Schule, dass Freude am Lesen geweckt wird. Selbst die jüngsten Leser finden schließlich jeden Tag aufs neue Berichte, die sie interessieren, zeigte sich Teckboten-Redakteur Andreas Volz überzeugt, denn es geht wohl kaum ein Tag vorbei, an dem nicht mit Text und Bild über das bei Grundschülern offensichtlich ganz besonders beliebte Thema Tiere berichtet wird.

Den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass Tag für Tag interessante aktuelle Informationen im Teckboten zu finden sind, ist Ziel des Angebots, jeden Tag ein eigenes Exemplar der Kirchheimer Zeitung geliefert zu bekommen und neben tagesaktuellen Informationen dort auch genügend Stoff für die im Rahmen des Projekts geplanten Langzeitarbeiten zu finden.

Der in einem vorbereitenden, eintägigen Seminar von Dr. Spiegel vom IZOP-Institut den am Projekt „ZiSch“ beteiligten Lehrkräften vermittelten Theorie folgt jetzt die dreimonatige Praxis täglicher Zeitungslektüre mit den sich spontan ergebenden Ideen, die von der Lektüre der täglich im Klassensatz druckfrisch angelieferten Tageszeitung ausgelöst werden können und sollen.

Dietmar Ederle, der für das Privat- und Individualkundengeschäft in der Region Kirchheim zuständig ist, zeigte sich als gastgebender Hausherr beim Lehrerseminar im Henningersaal der Kreissparkasse im Kreis der am Projekt „ZiSch“ beteiligten Lehrkräfte überzeugt davon, dass es auch in der neuen Staffel von „Zeitung in der Schule“ wieder gelingen wird, die in Zeiten von Pisa-Studien ganz besonders wichtige Lust am Lesen zu wecken.

Er betonte zugleich die Bereitschaft der Stiftung Kreissparkasse, in Zusammenarbeit mit dem Teckboten das Erfolgsmodell „Zeitung in der Schule“ als wichtige Investition in die Zukunft auch weiterhin entsprechend zu unterstützen und auch Schulklassen wieder Gelegenheit zu geben, im Rahmen ihrer Recherchen einen Blick hinter die Kulissen des Kreditinstituts zu werfen.