Lokales

Zu Fuß von Zähringerstadt zu Zähringerstadt

Beim Flanieren über den neuen Platz neben dem Rathausneubau werden die Weilheimer künftig daran erinnert, mit welchen Städten sie historisch verbandelt sind: Auf der Freifläche vor der Raiffeisenbank sollen in den Boden Platten mit Schriftzügen und Wappen der zwölf Zähringerstädte eingelassen werden.

ANKE KIRSAMMER

Anzeige

WEILHEIM Vom Marktplatz her kommend, beginnt die Reise in Weilheim als der nördlichsten Zähringerstadt. Weiter geht es über Villingen, Sankt Peter, Bräunlingen, Freiburg über weitere Stationen bis zur südlichsten Zähringerstadt im Bunde, Fribourg in der Schweiz. Die Idee, bei der Platzgestaltung die geografische Lage der Städte aufzugreifen, hatte Weilheims Stadtbaumeister Roland Rendler. Damit wird das vor drei Jahren entwickelte Konzept verworfen. "Damals hatten wir überlegt, im hinteren Bereich Zähringerspuren aufzubringen. Mit Streifen würden wir den Platz aber optisch klein machen", erklärte Rendler.

Inzwischen seien 90 Prozent des Granits aus China, mit dem der Platz belegt wird, eingetroffen. "Die speziellen Platten für die Städte wollen wir im Raster des übrigen Natursteinbelags hineinlegen", so Rendler. Als übergeordnetes Zeichen soll der Adler als Wappen der Zähringer mit einem größeren Format von 1,20 auf 1,20 Meter in den Boden eingelassen werden. "Vorstellen könnte ich mir dieses Zeichen auch in Form eines Mosaiks aus gespaltenen Kieseln", erläuterte der Planer. Die übrigen "Stadtplatten" könnten aus Granit und Bronzestreifen gestaltet werden. Sie sollen neben dem Schriftzug der jeweiligen Stadt und ihrem Wappen eventuell noch einen Hinweis auf den Begründer erhalten. "Die Platten würden pro Stück rund 1000 Euro kosten", sagte Rendler. Das Geld möchte die Verwaltung über Spenden auftreiben.

Auch ist an eine Infotafel bei der Pergola im rückwärtigen Teil des Platzes gedacht, auf der die geschichtlichen Hintergründe der Bertolde und Zähringer dargestellt werden sollen. Im Zuge der Neugestaltung wird die bisherige Bezeichnung "Am Törle" durch den Namen "Bertoldsplatz" ersetzt. Bertold I. hatte der neueren Forschung zufolge bereits vor 1050 auf der Limburg eine Burg erbaut. Dessen Sohn, Bertold II, verließ die Limburg und verlegte das im Aufbau befindliche Hauskloster um 1080 nach Sankt Peter in den Schwarzwald.

"Es ist höchste Zeit, dass die beiden Bertolde in unserer Stadt eine Rolle spielen", betonte Bürgermeister Hermann Bauer. Großes Lob gab es auch seitens des Gemeinderats für die Planung. Postalisch wird der neue Name nicht wirksam, weil dort momentan kein Gebäude steht. Sollte die für Polizei und Notariat frei gehaltenen Fläche einmal bebaut werden, bekäme das Haus die Anschrift "Am Törle". Verkehrsrechtlich ist die Gasse mit der platzartigen Aufweitung am Ende keine Straße mehr, sondern reiner Fußgängerbereich. Sowohl dem planerischen Gesamtkonzept als auch der Namensgebung stimmte der Gemeinderat einmütig zu.